Sport : Bundesliga: Geheimpläne und Kompromisse

Klaus Rocca

"Ich weiß, wie es weitergeht", sagte Uli Hoeneß der Deutschen Presseagentur. Mehr wollte der Manager des FC Bayern München jedoch nicht verraten. Es passt ins Bild der Geheimpläne, unangekündigten Sitzungen und Andeutungen. So viel scheint klar zu sein: Nach der Pleite der "ran"-Sendung bewegt sich was im deutschen Bundesliga-Fußball. Weil die Verantwortlichen des Ligaverbandes, des DFB und der Vereine die Notwendigkeit sehen, größeren Schaden abzuwenden. Dabei wird offenbar nicht nur an eine erneute Änderung der Bundesliga-Spieltage gedacht, sondern auch an eine Bundesliga-Sendung am Sonnabend noch vor der "Tagesschau".

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Wie der "Kicker" in seiner Donnerstag-Ausgabe berichtet, gebe es einen Geheimplan, der folgende drei Punkte umfassen soll: 1.) Abschaffung der Sonntag-Spiele und Rückkehr zu zwei Spielen am Freitagabend, 2.) Verhandlungen mit der ARD über eine bis zu 30 Minuten lange Sendung vor der Tagesschau mit allen sieben Spielen des Sonnabends, 3.) Sat 1 berichtet erst ab 20.15 Uhr oder noch später über die Bundesliga. Von offizieller Seite wurde dieser Geheimplan bisher nicht bestätigt. Offenbar hüllen sich alle Seiten noch in Schweigen, weil am kommenden Montag das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gemeinsam mit dem DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder tagt. Erst danach will man der Kirch-Gruppe, der die Bundesliga-Fernsehrechte, Sat 1 sowie der Pay-TV-Sender Premiere World gehören, die entsprechenden Pläne unterbreiten.

"Ich bin sehr froh, dass von der Kirch-Gruppe eine Kompromissbereitschaft signalisiert wurde", kommentierte Dieter Hoeneß, Manager von Hertha BSC. Hoeneß traf sich am Mittwoch beim Länderspiel in Budapest mit Mayer-Vorfelder, dem DFL-Präsidenten Werner Hackmann und Bayern-Präsident Franz Beckenbauer. Einzelheiten wollte Hoeneß nicht mitteilen.

Der Hertha-Manager sieht jedoch eine gute Chance, dass Bundesliga-Fußball künftig wieder - wie von den Fans gefordert - am Freitagabend statt am Sonntag stattfindet, schon oder gerade in dieser Saison. Das Argument, den im Uefa-Pokal am Donnerstag beschäftigten Klubs könne nicht zugemutet werden, schon wieder am Sonnabend in der Bundesliga zu spielen, hält Hoeneß nicht für so gravierend. Hoeneß: "Von den Erstliga-Klubs spielen ja voraussichtlich nur wir und Freiburg im Uefa-Pokal. Warum sollte es nicht möglich sein, diese Spiele auf Dienstag vorzuziehen und den Mittwoch den Spielen der Champions League vorzubehalten?" Anders würde sich die Situation darstellen, wenn sich auch noch die drei Vereine 1860 München, VfL Wolfsburg und Werder Bremen über den UI-Cup für den Uefa-Pokal qualifiziert hätten und zudem Dortmund und (oder) Leverkusen in der Champions-League-Qualifikation scheitern würden - die Rückspiele finden am kommenden Mittwoch statt - und damit auch in diesem Wettbewerb spielten. Hoeneß: "Wir sollten eine Lösung finden, die auch für die kommenden Saisons Bestand hat."

Bayern Münchens Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge hatte kürzlich angekündigt, in der G 14, dem Zusammenschluss der europäischen Spitzenklubs, und bei der Uefa einen Vorstoß unternehmen zu wollen, den Dienstag wieder zum Uefa-Cup-Spieltag zu machen.

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