Bundesliga : Geniales Olic-Tor entscheidet Nord-Derby

Ein herrliches Tor von Ivica Olic hat ein spielerisch schwaches Nord-Derby entschieden. In einer Phase, in der die Gäste aus Bremen das bessere Team waren, traf der HSV-Stürmer genau in den Winkel und zementierte den glücklichen Sieg der Hamburger.

HSV - Werder
Per Mertesacker (l.) verfolgt Mladen Petric. -dpa

HamburgEin Traumtor von Ivica Olic hat das Werder-Trauma des Hamburger SV nach fünf Jahren beendet. Mit seinem sehenswerten Schuss in der 74. Minute entschied der Kroate am Sonntagabend das 89. Nordderby der Fußball-Bundesliga mit 2:1 (1:1) gegen die Bremer und beendete die Durststrecke des HSV gegen den Erzrivalen. Paolo Guerrero hatte die Gastgeber vor 57.000 Zuschauern schon in der 6. Minute einer spielerisch erschreckend schwachen Partie in Front gebracht. Nach dem Ausgleich durch einen spektakulären Freistoß von Diego (24.) durften die Bremer als bessere von zwei mäßigen Teams lange Zeit auf einen Punktgewinn hoffen.

Baumann von Gegenstand am Kopf getroffen

Doch dann verdarb Olic ihnen die Generalprobe für die wichtige Champions-League-Partie am Mittwoch bei Famagusta auf Zypern. Dem HSV droht dennoch Ärger mit dem Deutschen Fußball-Bund: Beim Torjubel der Bremer wurde Werder-Kapitän Frank Baumann von einem von der Tribüne geworfenen Gegenstand getroffen. Durch den sechsten Sieg im siebten Saison-Heimspiel hielten die Hamburger als Tabellenfünfter Anschluss an die Spitzengruppe. Dagegen fiel Vizemeister Werder nach der ersten Niederlage seit drei Spielen auf Rang neun zurück und droht erneut in eine Krise zu schlittern.

Der Hamburger SV begann engagierter und wurde schnell belohnt: Nach einem Freistoß von Mladen Petric reagierte Neu-Nationaltorhüter Tim Wiese, der von den HSV-Fans wegen seines Kung-Fu-Tritts beim Punktspiel im Mai gegen Olic ausgepfiffen wurde, prächtig. Doch den Abpraller nutzte Guerrero zu seinem dritten Saisontor. Unverständlich, dass die Hamburger den Schwung der frühen Führung nicht nutzten und mehr Druck auf die verunsichert wirkenden Gäste ausübten. So kamen die Bremer allmählich ins Spiel und erarbeiteten sich ein Übergewicht. Von spielerischem Glanz oder dem gefürchteten Angriffswirbel war bei ihnen aber kaum etwas zu sehen.

Diego trifft per Freistoß

Wenn Gefahr drohte, kam sie von der linken Seite. Vor allem der fast schon ausgemusterte Serbe Dusko Tosic, der in der Abwehrkette überraschend eine Bewährungschance von Beginn an erhielt, versuchte es mit Flanken. Folgerichtig kam das Team von der Weser nur durch Standardsituationen zu Chancen: In der 14. Minute zischte eine Freistoß von Naldo aus 30 Metern knapp am Tor des Ex-Bremers Frank Rost vorbei. Zehn Minuten später machte es der bis dahin eher blasse Diego besser und zirkelte den Ball aus 20 Metern per Freistoß zum Ausgleich ins Tor.

Beim Jubel wurde Werders Baumann von einem Gegenstand, der aus dem HSV-Fanblock geworfen wurde - vermutlich einer Batterie - am Kopf getroffen, konnte nach kurzer Behandlung jedoch weiterspielen. Es gebe immer wieder Verrückte, sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs in der Pause im TV-Sender "Premiere", fügte aber hinzu: "Das ist nicht die Schuld des HSV."

Petric findet keine Bindung zum Spiel

"Man darf das von unseren Fans nicht akzeptieren", meinte der gesperrte HSV-Kapitän David Jarolim. Werder wurde nach dem Ausgleich mutiger, vom HSV war nichts mehr zu sehen. Olic lief immer wieder ins Abseits oder rannte sich fest, Petric fand kaum Bindung zum Spiel. Jarolim fehlte als ordnende Kraft. Nationalspieler Piotr Trochowski (36.) war auf sich allein gestellt und machte nur mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze auf sich aufmerksam.

Die beste von einigen Bremer Möglichkeiten vor der Pause hatte noch Almeida (37.), der mit einem Gewaltschuss HSV-Keeper Rost prüfte. Auch nach dem Wechsel war Werder die bessere Mannschaft. Aaron Hunt (68.) hätte die Gäste in Führung bringen können, scheiterte aber. Doch Olics Schuss aus 18 Metern in Winkel stellte Partie auf den Kopf. In der Nachspielzeit scheiterte Trochowski freistehend an Wiese und sorgte noch für einige bange Momente der Hamburger.

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