Bundesliga : Hektische Flecken am Hals

0:3 in Stuttgart: Der Cottbuser Trainer Petrik Sander reagiert gereizt.

Jürgen Löhle[Stuttgart]
Petrik Sander
Coach in Nöten: Petrik Sander. -Foto: dpa

Erst ging Petrik Sander nach dem Abpfiff minutenlang alleine über das verlassene Spielfeld im Stuttgarter Daimlerstadion, danach gab er mit hektischen roten Flecken am Hals Interviews. Gefragt nach seinem angespannten Verhältnis zum Präsidenten von Energie Cottbus, Ullrich Lepsch, sagte der Energie-Trainer nur: „Wir sind nicht verheiratet, also haben wir auch kein Verhältnis.“

0:3 hatte Cottbus gerade beim VfB Stuttgart verloren und es erschien seltsam, dass die Niederlage eines Abstiegskandidaten beim Deutschen Meister derartige Fragen auslösen kann. Doch wenn Präsident Lepsch am Montag aus seinem Urlaub zurückkehrt, darf man schon gespannt sein, wie viel Kredit Sander noch hat und ob ihm der spontane Beistand von Stuttgarts Trainer Armin Veh etwas nützt, der nach dem Spiel sagte: „Es ist doch Wahnsinn, so einen Mann in Frage zu stellen.“

Im Spiel vorher gab es freilich keine Nettigkeiten zwischen Schwaben und Lausitzern. Die Stuttgarter begannen erstaunlich ruhig, spielten aber immer nach vorne und phasenweise auch richtig gut. Der VfB erarbeitete sich eine Reihe von Chancen, vergab diese aber ebenso konsequent, wie er sie herausgespielt hatte. Nach einer Viertelstunde scheiterten Roberto Hilbert und Sami Khedira. Der souveräne Tomislav Piplica rettete mit einer sehenswerten Parade gegen Cacau nach 30 Minuten.

Auch nach der Pause ging es zunächst so weiter, die 41 000 Zuschauer wurden langsam ungeduldig. Sie mussten aber nur zehn Minuten warten, bis Cacau dann doch die Führung gelang. Eine Flanke von Khedira köpfte der Brasilianer freistehend aus fünf Metern ins Tor. Die Cottbusser ergaben sich nicht und hielten plötzlich dagegen. Ihr Kapitän Timo Rost vergab freistehend vor VfB-Torhüter Raphael Schäfer. „Sieben Meter vor dem Tor musst du notfalls den Ball mitsamt Torwart ins Netz rammen“, sagte Sander nachher.

Danach war es aber vorbei mit der Cottbusser Gegenwehr. Nach einer unfreiwilligen Vorlage von Steffen Baumgart gelang Ewerthon das 2:0, und auch der noch nicht fitte und nur eingewechselte Nationalstürmer Mario Gomez köpfte noch sein Tor. Dann wurde das Spielfeld geräumt und Platz für Petrik Sander gemacht.

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