Bundesliga : Hertha BSC gewinnt gegen Werder 3:2

Hertha BSC und Werder Bremen lieferten sich am Freitagabend lange eine offene Schlacht, die der Berliner Fußball-Bundesligist nach zwei Ramos-Toren und einem Treffer von Ronny mit 3:2 (2:2) für sich entscheiden konnte.

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Dank nach oben. Herthas Adrian Ramos trifft doppelt. Foto: dpa
Dank nach oben. Herthas Adrian Ramos trifft doppelt.Foto: dpa

Wenn es Zuschauer beim Fußball von den Sitzen reißt, ist das ein gutes Zeichen. Bei Trainern ist das anders. Werder Bremens Robin Dutt wollte sich 90 durchgemeckerte Minuten im Olympiastadion kaum setzen, sein Pendant bei Hertha BSC, Jos Luhuky fuchtelte, brüllte und schlug auf die Bank wie selten gesehen. Für die Unterhaltung der 48 721 Zuschauer war es aber kein schlechtes Zeichen, dass sich beide Trainer bei Herthas 3:2 (2:2)-Sieg lange über ihre Abwehrreihen ärgerten. Denn 60 Minuten gab es Torchancen en Masse. Am Ende war es Luhukay, dessen Ärger in seinem 50. Spiel als Hertha-Trainer durch eine defensive Steigerung der Berliner in der zweiten Hälfte gelindert wurde.

Über dem kühlen Olympiastadion hing schon vor dem Spiel dichter Nebel, der einige Hertha-Fans an das Champions-League-Spiel 1999 gegen den FC Barcelona erinnerte, das sie damals gesehen oder besser gesagt nicht gesehen hatten. Ganz so schlimm war es am Freitagabend auf dem Spielfeld dann doch nicht, auch wenn die Bremer Fankurve immer wieder verbotenen Kunstnebel produzierte.

Wer erwartet hatte, dass sich Werder nach dem 0:7 zuletzt gegen den FC Bayern auf die Defensive konzentrieren würde, der hatte sich getäuscht. Die Bremer gingen früh in die Offensive. Seltsamerweise wirkte die Berliner Abwehr anfangs sogar nervöser. Das hatte nach einer Viertelstunde Folgen: Aaron Hunt legte kaum bedrängt zurück auf Nils Petersen, Verteidiger John Anthony Brooks rutschte aus, kam nicht mehr hin und der Bremer Stürmer schoss das 1:0. Doch Werder ist eben für Torraum-Action auf beiden Seiten gut: Nur eine Minute später holte Theodor Gebre Selassie Herthas Skjelbred im Strafraum von den Beinen. Den folgerichtigen Elfmeter verwandelte Adrian Ramos flach rechts. Die Serie von drei torlosen Berliner Heimspielen war kaum gebrochen, da köpfte auf der Gegenseite Eljero Elia einen Aufsetzer knapp übers Hertha-Tor. Wie leicht Werders Abwehr zu überspielen ist, zeigte Per Skjelbred in der 26. Minute, als er Ramos mit einem Doppelpass aufs Bremer Tor zu schickte. Einen Haken und einen Flachschuss ins lange Eck später stand es 2:1. Genauso leicht ging es aber auch durch die Hertha-Abwehr: Nach einem Sololauf ab dem Mittelkreis reichte Werder-Kapitän Hunt ein Doppelpass mit Petersen, um an Hertha-Torwart Thomas Kraft vorbei das 2:2 zu schießen. Herthas erstes Kontergegentor in dieser Saison ließ Luhukay recht ungehalten an der Außenlinie toben. Der Trainer brachte nach 36 Minuten Peter Niemeyer für Brooks, Hajime Hosogai rückte in die Abwehr. Sekunden davor hatte Ramos im Werder-Abwehrloch die Führung vergeben. Das Spielgeschehen auf dem Rasen wirkte bei beiden Teams recht konfus, aber durchaus unterhaltend. Bremens Defensivschwäche schien offenbar ansteckend zu sein.

Nach dem Seitenwechsel ging es sofort weiter mit unglaublichen Freiheiten für beide Offensivreihen. Petersen köpfte eine Ecke knapp am Hertha-Tor vorbei. Auf der Gegenseite parierte Werder-Torwart Raphael Wolf einen Kopfball von Peter Pekarik, doch der Ball klatsche vor die Füße von Ronny. 3:2 für Hertha. Danach beruhigte sich das Spiel sichtlich, was vor allem für Herthas Defensivleistung sprach. Die Berliner wirkten nun energischer und planvoller in ihrem Tun, was vor allem dem unermüdlichen Einsatz von Hosogai und Niemeyer geschuldet war. Das bezog sich allerdings nicht auf das Offensivspiel, da bekam Hertha nun so wenig hin wie Werder. Außer in der 70. Minute, als Marcel Ndjeng das Tor knapp aus kurzer Distanz verfehlte. Kurz vor Schluss lenkte Hertha-Keeper Kraft einen Freistoß von Hunt an den Pfosten, der eingewechselte Kobiaschwili rettete seiner Mannschaft auf der Linie den Sieg und bewahrte sie vor weiteren Wutattacken ihres Trainers.

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