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Bundesliga : Hertha BSC leidet weiter unter Auswärtsschwäche

In einem schwachen Bundesligaspiel verliert Hertha BSC beim Hamburger SV 0:1 und verpasst eine große Chance im Kampf um die Europapokalplätze.

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Durch ein spätes Gegentor musste sich Hertha BSC (links Ondrej Duda, rechts Per Skjelbred) dem HSV mit 0:1 geschlagen geben.
Durch ein spätes Gegentor musste sich Hertha BSC (links Ondrej Duda, rechts Per Skjelbred) dem HSV mit 0:1 geschlagen geben.Foto: Axel Heimken/dpa

Es sprach für Marvin Plattenhardt, dass er am Sonntagabend überhaupt stehen blieb und öffentlich sprach. Viele Bundesliga-Profis lassen die Reporter in vergleichbaren Situationen gern einfach links liegen, nicht so der Profi von Hertha BSC. „Ist natürlich großer Mist, aber im Nachhinein ist man immer schlauer“, sagte Plattenhardt, „ich hätte den Ball in dieser Szene einfach raushauen müssen, dann passiert hier nichts mehr.“

"Das Spiel war für mich vom Verlauf her unentschieden"

So passierte Berlins führendem Fußball-Unternehmen etwas, das auswärts fast schon zur Gewohnheit geworden ist in dieser sonst so störungsfreien Saison: Nach einem vermeidbaren Ballverlust am eigenen Strafraum von Plattenhardt, der das einzige und entscheidende Tor des Tages durch Albin Ekdal einleitete, unterlag Hertha auswärts erneut. 0:1 (0:0) hieß es diesmal nach 90 wenig erbaulichen Minuten beim Hamburger SV. „Ich will es gar nicht schönreden, der Sieg ist nicht unverdient“, sagte Trainer Pal Dardai, „aber das Spiel war für mich vom Verlauf her unentschieden.“ Allerdings räumte der Ungar auch ein: „In der ersten Halbzeit konnte man nicht unbedingt von Fußball reden.“


Nach dem 2:0-Sieg gegen Frankfurt vor einer Woche verzichtete Dardai darauf, Umstellungen in seiner Startformation vorzunehmen. Die Berliner begannen gar nicht so defensiv, wie man es von ihnen in Auswärtsspielen kennt, und nach einer Viertelstunde wurde es auch gleich gefährlich im eigenen Strafraum: Ein Versuch von Dennis Diekmeier landete bei Aaron Hunt, der von Plattenhardt zu Fall gebracht wurde. Hertha konnte von Glück reden, dass Schiedsrichter Felix Brych keinen Strafstoß verhängte.

Jarstein hielt wieder einmal stark

Wiederum vier Minuten später bewahrte Rune Jarstein seine Elf vor einem Rückstand: Nicolai Müller war nach Zuspiel von Hunt frei vor dem Hertha-Keeper aufgetaucht und hatte einen strammen Schuss abgegeben, den Jarstein – seit Wochen in herausragender Verfassung – jedoch mit einem starken Reflex über die Latte lenkte. Die guten Nachrichten aus Berliner Sicht nach einer halben Stunde lauteten also: Es stand weiterhin 0:0, die bis dato stärkste HSV-Phase war vorüber. Bis zur Pause sammelte sich Hertha wieder, ließ wenig zu, fand aber auch offensiv überhaupt nicht statt.


Nach dem Seitenwechsel stellten die Gäste um. Es dauerte sieben Minuten, ehe Dardai den ersten Wechsel vornahm – oder besser gesagt: vornehmen musste. Niklas Stark wandelte nach einer Verwarnung und einem weiteren gelb-würdigen Foul am Rande eines Platzverweises und musste für Ondrej Duda weichen. Am – besonders offensiv – sehr dürftigen Auftritt der Gäste änderte diese Maßnahme allerdings nicht. Erst nach einer Stunde wurde Hertha mutiger und sorgte für Entlastung. Die dickste Chance ließen die Berliner aber stümperhaft liegen: Bei einem Konter bediente Genki Haraguchi Stürmer Vedad Ibisevic, der wiederum auf Vladimir Darida weiterleiten wollte. Der Pass des Kapitäns misslang jedoch völlig. Darida war auch am nächsten Aufreger beteiligt, der abgefälschte Distanzschuss des Tschechen flog jedoch wenige Zentimeter am Hamburger Tor vorbei, HSV-Keeper René Adler wäre chancenlos gewesen.

Gerade schien es so, als würde sich Hertha doch noch zu einer kleinen Schlussoffensive hinreißen lassen, da kassierten die Berliner das entscheidende Tor: Plattenhardt verlor den Ball an der Strafraumgrenze an Bobby Wood, der ehemalige Angreifer des 1. FC Union leitete weiter auf Aaron Hunt und der wiederum auf Albin Ekdal im Sturmzentrum, der den Ball mit der Fußspitze zum 1:0 im Winkel unterbrachte.

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