Bundesliga : Hertha: Gegenbauer wird Präsident

Werner Gegenbauer, Ehrenpräsident der Berliner Industrie- und Handelskammer, wird neuer Präsident bei Hertha BSC - sein Gegenspieler Bernd Schiphorst soll künftig den Aufsichtsrat führen.

Robert Ide
Gegenbauer
Werner Gegenbauer. -Foto: Rückeis

BerlinHertha BSC hat eine der wichtigsten Personalfragen der nächsten Jahre geklärt. Wie der Tagesspiegel aus Vereinskreisen erfuhr, wird der Ehrenpräsident der Berliner Industrie- und Handelskammer, Werner Gegenbauer, im Mai als neuer Präsident des Fußball-Bundesligisten kandidieren. Der Medienunternehmer Bernd Schiphorst, der ebenfalls Interesse an dem Posten angemeldet hatte, soll künftig den Aufsichtsrat führen. Darauf einigten sich beide in einem persönlichen Gespräch.

Bisher ist der 65-jährige Schiphorst Präsident des Klubs, der acht Jahre jüngere Gegenbauer ist Aufsichtsratschef. Allerdings hatte das Präsidium nur eingeschränkte Befugnisse, starkes Gremium war der Beteiligungsausschuss der Kommanditgesellschaft auf Aktien. Mitglieder hatten kritisiert, dass bei Hertha Exekutive und Legislative nicht strikt getrennt seien und dass der mächtige Geschäftsführer Dieter Hoeneß von seinem Freund Gegenbauer kontrolliert werde. Mit der Eintragung ins Vereinsregister und einer neuen Satzung ist in diesem Jahr der Beteiligungsausschuss weggefallen, dafür wird nun das Präsidium gestärkt. „Der Präsident wird das Gesicht des Vereins“, kündigte Gegenbauer im Februar an. Genau aus diesem Grund hatte Schiphorst in einem Tagesspiegel-Interview seinen Willen zur Kandidatur erklärt – zur Überraschung vieler im Verein.

Gegenbauer hat sich in Berlin nicht nur als Unternehmer einen Namen gemacht, sondern auch als gewiefter Sportpolitiker. Er pflegt gute Kontakte in die Wirtschaft und führte die Bewerbung Berlins um die Leichtathletik-WM 2009 zum Erfolg. Der Präsident wird im Mai von den Hertha-Mitgliedern für vier Jahre gewählt; der Aufsichtsrat schlägt die Kandidaten fürs Präsidium nur noch vor. Das neue Präsidium hat auch die Aufgabe, einen Nachfolger für Dieter Hoeneß zu finden. Dieser hatte angekündigt, 2010 aufzuhören. Bis dahin soll Hertha nach seinem Willen wieder in der Champions League spielen.

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