Bundesliga : Hertha in der alten Rolle

Nach dem Zwischenhoch an der Tabellenspitze kann Hertha BSC gegen die bisher ungeschlagenen Schalker wieder als Außenseiter ins Spiel gehen.

Claus Vetter
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Einsatz gefragt: Tore von Lima und Pantelic werden nötig sein, um Schalke 04 zu schlagen. -Foto: ddp

BerlinHertha BSC ist wieder in die Rolle geschlüpft, mit der ein Fußball-Bundesligist gut auskommen kann. Heute beim Auswärtsspiel bei FC Schalke 04 (Beginn 20:30 Uhr, Inforadio überträgt live) ist die Mannschaft von Lucien Favre klarer Außenseiter gegen bislang in der Liga ungeschlagene Schalker. Die 1:3-Heimniederlage gegen Hansa Rostock hat es möglich gemacht. „Von der Motivationslage ist das Spiel gegen Schalke ein leichtes“, sagt Manager Dieter Hoeneß. Niemand erwartet nun große Kunststücke von den Berlinern, von denen vor Rostock nach drei Siegen in Folge schon fast die permanente Tabellenführung erwartet wurde.

Trainer Lucien Favre gibt sich dann auch redlich Mühe, den nächsten Gegner hochzujubeln. „Schalke ist eine Topmannschaft“, sagt er. Und natürlich ist Schalke „ein klarer Favorit für den Titel“, schließlich ist es „doch kein Zufall, dass die in der Champions League spielen“. In letzterem Wettbewerb haben sich die Schalker um den „sehr gefährlichen Stürmer Kevin Kuranyi“ (Favre) allerdings auch schon als anfällig erwiesen, beim 0:1 gegen den FC Valencia. Für Hertha geht es in Gelsenkirchen wohl vor allem darum, das bislang in der Saison erarbeitete nicht zu gefährden. Mittelfeldspieler Pal Dardai sagt dann auch: „Zuhause zu verlieren, das war in so einer Situation schmerzhaft. Ein Punkt bei Schalke wäre gut, um die Seele zu beruhigen.“ Der Ungar kann dabei mithelfen, ansonsten wird Trainer Favre seine Startformation – die gegen Rostock mit der vom Sonnabend beim 3:2 gegen Dortmund identisch war – ändern. Josip Simunic (Hüftprellung) reiste gestern nicht mit zum Mannschafts-Quartier nach Bochum, Steve von Bergen wird wohl für ihn verteidigen. Zudem ist denkbar, dass der Schwede Tobias Grahn und der Brasilianer Mineiro zum Anpfiff auflaufen.

Aber das Personal allein sei nicht entscheidend, sagt Favre. Auf die Einstellung legt der Schweizer wert. „Ich habe gegen Rostock ein paar Sachen festgestellt, die mir nicht gefallen haben.“ Die Spieler hätten den Sieg nicht mit letzter Konsequenz gewollt. „Das muss sich ändern“, sagt Favre. Das wird sich heute auch ändern, sagt Manager Hoeneß: „Ich glaube, dass die Mannschaft einiges besser machen wird als am Dienstag gegen Rostock. Denn einige Spieler haben ja etwas wiedergutzumachen.“ Zu sehr wohlfühlen in der Rolle als Außenseiter soll sich das Personal bei Hertha BSC heute dann auch nicht.

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