Bundesliga : Hertha traut sich nicht

Der Berliner Bundesligist unterliegt Schalke 04 durch Rafinhas Elfmetertor 0:1: Schalke sichert sich damit zumindest vorübergehend den zweiten Tabellenplatz. Hertha ist wieder im Mittelmaß der Liga angekommen.

Jörg Strohschein[Gelsenkirchen]
Schalke
Kein Durchkommen. Marko Pantelic konnte heute kein Tor erzielen. -Foto: dpa

Wahrscheinlich hatte Lucien Favre seine Mannschaft mit seinen Einschätzungen über den gestrigen Gegner mehr beeinflusst, als ihm lieb sein konnte. Von einem „Titelfavoriten“ wusste der Trainer von Hertha BSC im Vorfeld des Spiels zu berichten, die Schalker seien nicht grundlos ungeschlagen in dieser Saison. Und in der ersten Hälfte präsentierten sich die Gäste auch derart zurückhaltend, dass der Eindruck entstehen konnte, als ginge es für sie nur darum, die geahnte Niederlage zumindest in erträglichen Grenzen zu halten. Und so kam es auch. Schalke gewann durch ein Elfmetertor von Rafinha 1:0 (1:0).

Drei Siege in Folge, Platz zwei in der Bundesligatabelle. Der FC Schalke 04 hat nach dem verdienten Erfolg gegen Hertha innerhalb einer Woche den durchschnittlichen Saisonstart vergessen gemacht und sich den eigenen Ansprüchen entsprechend zu einem ernsthaften Titelkandidaten entwickelt. Die Berliner sind nach der zweiten Niederlage in Folge wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. „Schalke hat in der ersten Halbzeit viel Druck gemacht, da war es schwierig für uns“, sagte Favre. Die zweite Hälfte sei ausgeglichener gewesen, „aber wir konnten leider kein Tor erzielen.“

Die Mannschaft von Schalkes Trainer Mirko Slomka dominierte die Begegnung nach Belieben und erspielte sich in den ersten 30 Minuten einige halbwegs gute Torchancen, die Kevin Kuranyi und seine Mitspieler in bewährter Manier allesamt vergaben. Besonders der Schalker Jermaine Jones zeigte eine beeindruckende kämpferische Leistung und brachte seinTeam mit seinen Ballgewinnen immer wieder in gute Position. Das neuformierte Mittelfeld der Berliner um Andreas Schmidt, Mineiro und vor allem Tobias Grahn war dem der Schalker unterlegen. Jones, Rakitic, Ernst und Bajramovic bestimmten ungestört das Tempo des Spiels.

Ausgerechnet in dem Moment, als die Berliner etwas mutiger wurden und es für sehr kurze Zeit danach aussah, als könnten sie sich ein wenig von dem Druck der Gastgeber befreien, wurden sie für ihren minimalen Offensivgeist bestraft. Am Ende eines Konters der Schalker wusste sich Innenverteidiger Steve von Bergen nicht mehr anders zu helfen und holte Schalkes Jones im Strafraum von den Beinen. Rafinha erzielte per Elfmeter kurz vor der Pause die Führung.

In der zweiten Hälfte nahm Hertha aktiver am Spiel teil und es wäre beinahe der Ausgleich gelungen. Malik Fathis Kopfball nach einer Ecke strich knapp über das Torkreuz. Doch das Selbstbewusstsein der Berliner verschwand so schnell, wie es gekommen war. In der Folge waren es wieder die Schalker, die Spiel und Gegner kontrollierten und sich aus ihrer Überlegenheit erneut einige Torgelegenheiten erspielten.

Die Schalker Profis hätten die rund 60 511 Zuschauer im Stadion schon frühzeitig in glückselige Stimmung versetzen können, wenn sie ihre Chancen besser genutzt hätten. Vor allem die Angreifer Kuranyi und Lövenkrands fanden nicht das richtige Mittel, sich selbst für ihr mutiges Offensivspiel zu belohnen. Doch zum Glück für die Schalker hatten sie gegen die harmlosen Gäste nichts zu befürchten, selbst dann nicht, als die Kraft in den letzten fünfzehn Minuten sichtlich nachließ. Zwar kamen die Berliner in den Schlussminuten noch einmal auf und vor allem der für Marko Pantelic eingewechselte Solomon Okoronkwo sorgte noch für Unruhe in der Schalker Abwehr, doch letztlich hatte Hertha einen Ausgleichstreffer auch nicht verdient.

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