Bundesliga : Hertha und der HSV bieten Fußball zum Abgewöhnen

Hertha BSC Berlin kann in der Bundesliga einfach nicht mehr gewinnen - und auch Champions-League-Anwärter Hamburger SV ist weiter im Sinkflug. Beide Mannschaften überboten sich im Berliner Olympiastadion an Harmlosigkeit.

Jens Mende[dpa]
Hertha
Hertha - HSV: Angst gegen Verunsicherung -Foto: ddp

BerlinAm 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga trennten sich Hertha BSC Berlin und der Hamburger SV vor 40.289 Zuschauern im Berliner Olympiastadion 0:0 und boten dabei fußballerische Magerkost. Mit dem torlosen Remis wartet der HSV nun schon fünf Partien auf einen "Dreier", Hertha sogar sieben. Und im Kampf um die Königsklasse büßten die Hamburger zwei weitere Zähler ein. Selbst einen Foulelfmeter konnte Ivica Olic für den HSV am Dienstagabend nicht nutzen (76. Minute).

Über lange Phasen spielte im Olympiastadion Angst gegen Verunsicherung. Die Gastgeber hatten sechs Spiele hintereinander nicht mehr gewonnen, die Gäste vier - und genauso agierten beide. Fehlpässe, Ballverluste, Stellungsfehler, wegspringende Bälle: Viele Zuschauer hatten bei nasskaltem Wetter schon vor der Pause die Geduld verloren. Gleich in der ersten Minute produzierte Herthas Wintereinkauf Rudolf Skacel den ersten Schnitzer, der wiedergenesene Olic konnte aus dem schlechten Rückpass aber nichts Zählbares machen.

HSV weiter mit Personalsorgen

Dann dauerte es immerhin 34 weitere Minuten, bis der HSV zur nächsten Chance kam: Diesmal verschenkte Nationalverteidiger Arne Friedrich die Kugel, Mohamed Zidan flankte - doch Änis Ben-Hatira scheiterte freistehend am gut reagierenden Hertha-Keeper Jaroslav Drobny. Der 19-jährige Ex-Berliner Ben Hatira hatte schon nach 18 Minuten den Argentinier Juan Pablo Sorin ersetzt, der erneut verletzt passen musste. Van der Vaart, Atouba, Jarolim und Kompany hatten Trainer Huub Stevens, der nach einer erneuten Operation bei seiner Frau doch rechtzeitig zum Spiel in Berlin war, ohnehin schon gefehlt.

Noch eine Stufe harmloser agierten lange Zeit die Berliner, die mit Top-Torjäger Marko Pantelic (11 Saisontore), Raffael (3) und Solomon Okoronkwo (4) ihre drei besten Torschützen verletzungsbedingt nicht dabei hatten. Die erste etwas größere Aufregung im Hamburger Strafraum gab es erst eine Minute vor der Pause nach einer Hereingabe von Mineiro, doch Collin Benjamin bereinigte die Situation. Zwei Minuten nach der Pause hätte Patrick Ebert dann Hertha in Führung bringen müssen, doch auf links freigespielt bugsierte der übermotivierte 21-Jährige den Ball neben den Pfosten.

Torchancen Mangelware

Wenigstens waren in Hälfte zwei etwas mehr Tempo und Einsatz zu verzeichnen - meist von den Gastgebern. Doch Toraktionen blieben Mangelware. Hertha hat in 29 Bundesliga-Spielen gerade mal 30 Treffer zustande gebracht, Hamburgs Schnitt lag in den letzten fünf sieglosen Partien sogar unter eins. Da passte es ins Bild, dass Olic einen von Josip Simunic an Guy Demel verschuldeten Foulelfmeter mehr als einen Meter neben das Hertha-Tor setzte. Und auch die letzten Versuche der Gäste blieben ohne Folgen, da Drobny stark klärte.

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