Bundesliga : Hoeneß: Keine Lust auf neue Brände

Uli Hoeneß ist bekannt dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um das Wohl des FC Bayern München geht. Der Manager stichelt nach dem 6:0 über Aris Saloniki im Uefa-Pokal ein wenig in Richtung Presse und hofft vor der Weihnachtszeit auf besinnliche Momente.

Christian Kunz
Uli Hoeneß
Hat den Durchblick: Hoeneß weiß beim FC Bayern einfach alles. -Foto: ddp

Nach dem Gruppensieg im Uefa-Cup kann kurz vor Weihnachten endlich Besinnlichkeit beim FC Bayern einkehren.



Bei uns war keine Unruhe. Das war ein Fall "wie trage ich von außen Unruhe hinein'. Ich glaube, das 6:0 wird zumindest den einen oder anderen überlegen lassen, ob er demnächst über den FC Bayern als Fußballverein berichtet und nicht über einen Hollywoodfilm. Wir müssen versuchen, die nächsten zwei, drei Wochen Kraft zu tanken, um die Belastungen, die wir im nächsten Frühjahr haben werden, gut zu bestehen.

In den nächsten Wochen wird auch eine Entscheidung über die Zukunft von Trainer Ottmar Hitzfeld fallen. Er sagt, er habe sich bereits entschieden. Wie sieht es beim Verein aus?

Wir wollen alle die Weihnachtszeit in Frieden nutzen, um nachzudenken und dann werden wir im Januar eine Entscheidung treffen. Wir haben ein wunderbares Verhältnis. Er und ich wissen genau, was wir voneinander zu halten haben und wir werden das konkret besprechen, wahrscheinlich nach dem Trainingslager. Beide Seiten wissen genau was sie wollen.

Wie fällt das Resümee zur Winterpause aus?

Wir haben einen fantastischen Start gehabt, zum Ende der Vorrunde aber nicht mehr so attraktiv gespielt. Die Gegner hatten sich eingestellt auf unser Spiel. Wir müssen versuchen, in der Rückrunde diesen Bann zu brechen. Wenn man früh Tore macht, geht das Konzept des Gegners nicht auf und dann werden wir so Spiele erleben wie heute.

Was wünschen Sie sich so kurz vor Weihnachten?

Ich wünsche mir, dass wir uns wieder mehr bei Bayern München um den Fußball kümmern oder mehr Zeit für die Entwicklung der Mannschaft, die Entwicklung des Clubs, die Herausforderungen des FC Bayern im Kampf um internationale Reputation haben, als sich täglich damit zu beschäftigen, wo irgendwo ein Brand zu löschen ist. Damit haben wir uns in den letzten Wochen sehr viel beschäftigt. Und das hat viel Kraft gekostet.

Die ersten vier Tore fielen nach demselben Muster - Vorbereitung Franck Ribéry, Torschütze Luca Toni. Ist der FC Bayern zu abhängig von diesem Duo?

Wenn Franck so spielt wie er jetzt spielt, wird er immer von zwei, drei Leuten gedeckt. Denn von einem ist er derzeit nicht zu halten, nur mit Fouls. Das gibt doch Chancen für andere, denn wenn zwei auf Franck gehen, muss ja irgendeiner nach Adam Riese frei sein. Und diese Lücke müssen andere sehen.

Was ist die Hauptaufgabe in der Winterpause?

Wir sind nicht nach Dubai geflogen, wo wir viel Geld kriegen würden, sondern nach Spanien, wo wir viel Geld zahlen. Wir wollen nach außen dokumentieren, dass wir den Sport in den Vordergrund stellen. Wenn es läuft, wie heute in der zweiten Halbzeit, ist alles wieder da, was verloren schien. Das schlummerte nur, die Klasse ist da, du musst sie halt wecken. Diese Mannschaft braucht Zeit zusammenzuwachsen. Auch Jürgen Klinsmann brauchte die mit seiner Mannschaft, die bei der Weltmeisterschaft sehr gut gespielt hat. Nach dem 1:4 in Florenz hat man gedacht, die Welt geht unter und drei Monate später war das die Wundermannschaft.

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