Bundesliga : Huszti führt Hannover zum 4:0-Sieg gegen Wolfsburg

Hannover 96 dominiert im Niedersachsenderby gegen den Rivalen VfL Wolfsburg und gewinnt verdient mit 4:0. Rückkehrer Szabolcs Huszti bereitet dabei alle vier Treffer vor und wird zum Mann des Spiels.

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Seine bescheidenen Worte passten bestens zum Rest. „Ich bin überglücklich. Wegen meiner Vorlagen, aber vor allem, weil unser gesamtes Team funktioniert“, sagte Szabolcs Huszti und hielt sich im Moment des Triumphes vornehm zu groß. Das Minimalistische ist typisch für Hannover 96, diesen bestaunten und aufmüpfigen Nordverein der Fußball-Bundesliga. Seit zwei Jahren wundert sich die Konkurrenz, wie aus diesem einst chronisch abstiegsgefährdeten Team eine Spitzenmannschaft werden konnte. Huszti gelang das Kunststück, beim 4:0 (2:0)-Erfolg von Hannover 96 gegen den VfL Wolfsburg alle Treffer vorzubereiten. Der Rückkehrer von Zenit St. Petersburg machte die Tore von Karim Haggui (10. Minute), Artur Sobiech (26./56.) und Leon Andreasen (52.) voller Eleganz möglich.

Das Geheimnis des hannoverschen Erfolges ist durch leichte Veränderungen am Kader und eine damit ungeahnte Vielseitigkeit vergrößert worden. Ehe der VfL Wolfsburg in seinem ersten Heimspiel der neuen Saison begriffen hatte, von welchen 96-Spieler die größte Gefahr ausgehen könnte, war es schon zu spät. „Das war ein Tag, an dem gar nichts ging. Aber solche bitteren Tage gibt es auch ab und zu“, sagte Felix Magath. Wolfsburgs Trainer blieb nach dem Heimdebakel erstaunlich gelassen. Die vielen Umwälzungen in seinem Kader sind perspektivisch gedacht, bleiben aber auch mit Tücken verbunden. Hannover 96 hat mit einem kaum veränderten Team seinen Spielrhythmus nach vier siegreichen Partien in der Qualifikation zur Europa League längst gefunden. Die Wolfsburger dagegen sind trotz ihres 1:0-Auftaktsieges beim VfB Stuttgart noch auf der Suche nach sich selbst.

Was der umsichtige Huszti, der torgefährliche Sobiech und der unermüdliche Lars Stindl bei Hannover zeigten, war beachtlich. Einige Fans der 96er verspielten dagegen viele Sympathien. Der nach Wolfsburg gewechselte Innenverteidiger Emanuel Pogatetz wurde von ihnen mit üblen Sprechchören beleidigt. „Diese Fans sind Arschlöcher. Ein solches Verhalten ist nicht zu akzeptieren. Wir werden uns dafür entschuldigen müssen“, sagte 96-Präsident Martin Kind nach den Schmährufen gegen seinen ehemaligen Angestellten, der selbst sehr betroffen reagierte. „Mich hat das überrascht“, sagte Pogatetz. „Ich finde das enttäuschend.“

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