Bundesliga im Test (11) : VfL Wolfsburg: Experte ist nur einer

Am 24. August startet die Fußball-Bundesliga in ihre 50. Saison. In unserer Serie testen wir Stärken, Schwächen und Vorlieben der Vereine. Folge 11: VfL Wolfsburg. Das Magath-Team geht gelassen in die Saison.

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Künstler bei der Arbeit: Spielmacher Diego (r.) wurde begnadigt und kommt nun wieder in den Genuss des Konditionstrainigs von Felix Magath (im Vordergrund).
Künstler bei der Arbeit: Spielmacher Diego (r.) wurde begnadigt und kommt nun wieder in den Genuss des Konditionstrainigs von...Foto: dpa

Was hat sich verbessert?

Das übliche Umkrempeln seiner Mannschaft hat Felix Magath dieses Mal erstaunlich früh abgeschlossen. Mit der Entscheidung, dass sich der umstrittene Diego erneut als Spielmacher des VfL Wolfsburg versuchen darf, gab es eine Planungssicherheit, die im turbulenten Vorjahr fehlte. Wenn die Niedersachsen am Samstag zum DFB-Pokalspiel bei Sechstligist FC Schönberg 95 antreten, geht es bereits um die Verfeinerung von Stammelf und Spielsystem. Entsprechend gelassen präsentiert sich Routinier Magath in diesen Tagen.

Wer sind die Stars?

Neben Magath, der als Trainer, Manager und Geschäftsführer alle Aufmerksamkeit auf sich lädt, rückt vor allem Diego zurück in den Fokus. „Ich will die beste Saison meines Lebens spielen“, versichert der Brasilianer, der erst aussortiert und an Atlético Madrid ausgeliehen war, dann verkauft werden sollte und plötzlich wieder zum Hoffnungsträger aufgestiegen ist. Die Mitspieler scheinen Diego verziehen zu haben, dass er sie im Mai 2011 mitten im Abstiegskampf im Stich gelassen hatte und nehmen ihn jetzt sogar in die Pflicht. Auf dem Platz als Spielmacher, abseits des Rasens im Mannschaftsrat: Wenn der begnadigte Diego seine neue Rolle annimmt, ist er der Star des Teams.

Wer hat das Sagen?

Natürlich Felix Magath. Der Allesentscheider stimmt sich zwar regelmäßig mit Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz ab. Und mit Wolfgang Hotze hat die VfL Wolfsburg Fußball GmbH einen Sprecher, der streng genommen sogar Magaths Vorgesetzter ist. Aber es gibt im Kreis der Wolfsburger Entscheider nur einen wahren Fußball-Experten. Der heißt Magath und hat sich rund um seine Assistenten Andries Jonker und Bernd Hollerbach einen Stab aufgebaut, dem er vertraut.

Die Bundesliga-Transfers 2012/13

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1 von 65Foto: dapd
31.08.2012 13:22Am letzten Tag der Transferfrist versuchen viele Fußball-Klubs, noch einmal ihren Kader zu verstärken. So scheint die Rückkehr von...

Was erwarten die Fans?

Der Wolfsburger Anhang lechzt nach einem Team, auf das Verlass ist. Seit dem Titelgewinn 2009 stolpert der VfL Wolfsburg von einer teuren Umstrukturierung zur nächsten – und ist dabei in der Saison 2010/11 fast abgestiegen. Vielen Fans geht es um Verlässlichkeit und Aufopferung. Angreifer Ivica Olic, der vom FC Bayern München gekommen ist, erfüllt das Ideal vom braven und fleißigen Fußball-Arbeiter. Seine Ärmel sind immer hochgekrempelt, seine Einstellung vorbildlich. Der 32-Jährige taugt als neue Galionsfigur, die hilft, die unzähligen Namen der gekauften und wieder verkauften Profis zu vergessen.

Was ist in dieser Saison möglich?

Als Magath vor fünf Jahren zum ersten Mal beim VfL Wolfsburg anheuerte, wälzte er alles um, hatte zunächst Probleme, um dann in seiner zweiten Saison zu triumphieren. Der aktuelle Kader ist nicht stark genug, um die meisterhafte Spielzeit 2008/09 mit den überragenden Torjägern Grafite und Edin Dzeko zu wiederholen. Aber der angestrebte Platz im internationalen Geschäft dürfte ein realistisches Ziel sein.

Und sonst?

Mit Patrick Helmes beschäftigt Wolfsburg den derzeit größten Pechvogel der Liga. Das permanente Auf und Ab des früheren Nationalstürmers gipfelte Anfang August in einem Kreuzbandriss. Helmes war unter Magath schon fleißiger Torschütze, als zu lauffaul aussortiert, zum Verkauf freigegeben, überraschend rehabilitiert und sogar wieder Führungsspieler. Der Stürmer fällt mindestens ein halbes Jahr lang aus, Magath aber ersetzt ihn nicht durch einen Neuzugang. Die neue Bescheidenheit deutet darauf hin, wie zufrieden Magath mit seinem runderneuerten Kader ist.

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