Bundesliga im Test (15) : Bayer Leverkusen: Diva weg, Stimmung steigt

Am Freitag startet die Fußball-Bundesliga in ihre 50. Saison. In unserer Serie testen wir Stärken, Schwächen und Vorlieben der Vereine. Folge 15: Bayer Leverkusen. Nach Ballacks Weggang herrscht Ruhe bei Bayer.

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Was hat sich verbessert?

Personell nichts Bemerkenswertes, immerhin ist die Stimmung in der Mannschaft aber deutlich euphorischer als im Vorjahr. Damals kamen die meisten Profis überhaupt nicht mit der Schulmeister-Art des ehemaligen Trainers Robin Dutt zurecht, der Anfang April entlassen wurde. Das Verhältnis zur neuen sportlichen Führung ist viel besser. Die Spieler respektieren Teamchef Sami Hyypiä (38), mit dem viele von ihnen selbst noch zusammengespielt haben. Der charismatische Finne hat noch keine Trainerlizenz – anders als sein Partner, der Taktik-Experte Sascha Lewandowski, der jedoch, wenn ihm kein Star wie Hyypiä zur Seite stände, als früherer Juniorencoach im Team einen schweren Stand hätte. Da Michael Ballack nicht mehr für Leverkusen spielt, ist die Mannschaft zudem ihre Diva los, die dem Team viel Unruhe bescherte.

Wer sind die Stars?

Im Moment ist der größte Star Hyypiä. Natürlich hoffen die Bayerchefs aber, dass sich das bald ändert und ein paar junge Spieler gut vorankommen. Zum Beispiel Angreifer Karim Bellarabi (22), der in seinem zweiten Jahr bei Bayer auf einem guten Weg scheint. In der Vorbereitung war der gebürtige Berliner einer der Besten und brachte seine Schnelligkeit und seine Kraft zur Geltung. Weitere Star-Kandidaten sind Lars Bender (23) und André Schürrle (22), die zum Bleiben verdonnerten Nationalspieler. Der eine wurde von den Bayern umworben, der andere vom FC Chelsea, doch sie spielen weiter in Leverkusen – und hoffen auf den großen Durchbruch.

Wer hat das Sagen?

Teamchef Hyypiä hat das Recht, Trainer Lewandowski zu überstimmen. Rudi Völler drückte es unlängst so aus: „Allein aus dem Begriff Teamchef ergibt es sich, dass Sami das letzte Wort hat. Einer muss es im Zweifel ja auch haben.“ Völler ist als Bayer-Sportchef Hyypiäs Vorgesetzter, über Völler steht wiederum Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der auch die Finanzen überwacht und das vorletzte Wort hat, da in allen Belangen der Mutterkonzern ein Veto einlegen kann.

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Was erwarten die Fans?

Die Anhänger sind keine Träumer, sondern Realisten. Sie erwarten, dass es Leverkusen wieder schafft, sich für die Europa League zu qualifizieren. Vor allem wünschen sie sich, dass das Team wieder so schönen Fußball spielt wie von 2009 bis 2011, in den Jahren mit Trainer Jupp Heynckes.

Was ist in dieser Saison möglich?

Platz fünf sollte Leverkusen erreichen können. Immerhin hat der Verein etwa 20 Millionen Euro in neue Spieler investiert – wenn man den schon im Dezember verpflichteten Torhüter Bernd Leno (20) einrechnet. Aus Nürnberg kam Verteidiger Philipp Wollscheid (23), von Real Madrids zweiter Mannschaft der Spanier Daniel Carvajal (20), aus Chile holte man Stürmer Junior Fernandes (23). Anders als in der Zeit mit Dutt, der ein 4-2-3-1-System spielen ließ, setzt das neue Trainer-Duo auf ein 4-3-3. Mit Rolfes, Bender und Reinartz stehen drei defensive Mittelfeldspieler auf dem Platz. „Das System, das wir zu spielen versuchen, passt gut zu den Spielertypen, die wir haben“, meint Hyypiä.

Und sonst?

Der Klub schwört, dass sein Stadion, die Bayarena, rechtzeitig zum ersten Heimspiel am 1. September gegen Freiburg fertig sein wird. Die Platten auf dem Stadiondach mussten im Sommer ausgetauscht werden, weil es Bedenken in Sachen Brandschutz gab. Da es im Juni und Juli dauernd regnete, verzögerten sich aber die Bauarbeiten. Die Fans baut das nicht gerade auf.

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