Sport : Bundesliga: Immer wieder Wolfsburg

Der 1. FC Köln hat an den VfL Wolfsburg eher zwiespältige Erinnerungen. Vor fast genau einem Jahr verlor der damalige Aufsteiger in Wolfsburg mit 0:6 und schien bereits auf dem besten Wege zurück in die Zweite Liga. Im Nachhinein aber stellte sich die derbe Niederlage als der Anfang vom guten Ende heraus. Ewald Lienen, der Aufstiegstrainer der Kölner, appellierte nach dem Debakel an die Ehre seiner Spieler, forderte Kampfgeist und Engagement - und fortan spielte sich seine Mannschaft von Platz 18 in die Nähe der Uefa-Cup-Plätze.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Lienens Ansprachen an seine Spieler haben sich in den letzten Wochen wieder so ähnlich angehört wie vor einem Jahr nach dem Spiel in Wolfsburg. Doch offensichtlich erreichen seine deftigen Worte die Kölner Profis nicht mehr. Gestern spielte der FC wieder gegen Wolfsburg, diesmal zu Hause, und wieder setzte es eine derbe Niederlage für die Rheinländer. 0:4 hieß es am Ende. Der Unterschied zum vergangenen Jahr: Es sieht nicht so aus, als markiere Wolfsburg auch diesmal den Endpunkt des Kölner Niedergangs. Gegen den VfL lieferte Lienens Mannschaft die bisher schlechteste Saisonleistung ab. Das 0:4 war zugleich Kölns höchste Heimniederlage seit August 1994 (1:6 gegen Borussia Dortmund).

Die Treffer für die Wolfsburger, die ihrerseits den höchsten Auswärtssieg ihrer Bundesligageschichte feierten, erzielten Martin Petrow, Robson Ponte und nach der Pause erneut Petrow per Foulelfmeter sowieso Miroslav Karhan. Der VfL verließ damit die Abstiegsplätze, von denen die Kölner jetzt nur noch ein Punkt trennt.

"Wir sind sehr zuversichtlich in dieses Spiel gegangen, waren aber wahrscheinlich etwas zu sehr motiviert", bemerkte Ewald Lienen. Kölns Abwehrspieler Jens Keller sagte kleinlaut: "Ich muss mich bei unseren Fans entschuldigen. Wir hatten uns soviel vorgenommen, doch nach sechs Minuten war das Spiel schon verloren."

Die Schuldfrage fokussiert sich immer mehr auf Trainer Lienen. Sein Aufstellungspoker endete im Desaster. Lienen hatte seine Mannschaft auf vier Positionen erneut geändert. Neben Alexander Voigt, der den FC verlassen will, brachte Lienen Darko Pivaljevic, Markus Kurth und Spasoje Bulajic. Als Folge dieser Umstellungen begannen die Gastgeber so konfus wie nie zuvor in dieser Saison. Die Formation von Lienen wirkte in keiner Phase auch nur in Ansätzen bundesligatauglich, die untauglichen Versuche der Gastgeber lösten im Müngersdorfer Stadion erstmals ein minutenlanges gellendes Pfeifkonzert aus. Auch vereinzelte Lienen-raus-Rufe waren zu hören.

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