Bundesliga : Jürgen Kohler neuer Trainer in Duisburg

Neun Tage nach der fristlosen Entlassung von Norbert Meier wegen der Kopfstoß-Affäre hat Bundesliga-Aufsteiger MSV Duisburg einen neuen Trainer gefunden.

Duisburg - Beim MSV Duisburg herrscht nach der Verpflichtung von Jürgen Kohler als Cheftrainer und Sportdirektor in Personalunion Aufbruchstimmung. «Für den MSV beginnt ein neuer Zeitabschnitt. Durch die Zusammenarbeit Kohler und MSV können ungeheure Kräfte freigesetzt werden», sagte Duisburgs Vereinschef Walter Hellmich am Sonntag mit einem Anflug von Euphorie. Wichtigstes Ziel ist nach der Winterpause der Klassenverbleib des derzeitigen Tabellen-17. in der Fußball-Bundesliga. «Wir wollen am Ende den 14. Platz einnehmen. Ich möchte einen Puffer zu einem Abstiegsrang haben», kündigte Kohler vor seinem Trainer-Debüt in der 1. Liga an.

Die Übernahme von Trainer- und Sportdirektorenamt ist für den 40 Jahre alten Weltmeister von 1990 eine Herausforderung nach seinem Geschmack. «Meine Mutter hat gesagt, man wächst an schwierigen Aufgaben, daran halte ich mich», sagte Kohler, der bisher nur als U21-Bundestrainer in den Jahren 2002 bis 2003 Erfahrung als Coach gesammelt hat. Als Co-Trainer wird ihm Andreas Zachhuber zur Seite stehen, der 1999/2000 Trainer bei Hansa Rostock gewesen ist. Weiter im Amt bleibt Heiko Scholz, der nach der Trennung von Norbert Meier als Interimscoach zwei Unentschieden erreichte - zuletzt am Samstag ein 1:1 beim FSV Mainz 05.

Der frühere Bundesliga-Profi und 105-malige Nationalspieler, der einen Vertrag bis 2007 erhalten hat, soll auch im Abstiegsfall beim MSV bleiben. «Wir sind nicht für kurzfristige Lösungen. Wenn Duisburg nicht erstklassig bleiben sollte, greifen wir gleich wieder an», betonte Hellmich. Kohler, der in dieser Saison drei MSV-Partien live gesehen und mit den Spielern noch vor der Weihnachtspause gesprochen hat, ist jedoch von einer erfolgreichen Rückrunde überzeugt: «Die Mannschaft lebt, es herrscht eine gute Atmosphäre, sie ist intakt.»

Richtig überzeugen konnte der Aufsteiger in der Hinrunde aber nicht: Nur zwei Siege, insgesamt 12 Punkte, keine Auswärtserfolge und gerade mal 15 Tore stehen zu Buche. «Mein Hauptaugenmerk wird die Defensive sein. Wir brauchen keine Schönspielerei sondern gute Ergebnisse. Mit reichen auch 1:0-Siege», meinte Kohler, «am Ende ist mir Wurst, wer hinter uns stehen wird.» Dazu müsse man viel und hart arbeiten. «Und wir brauchen das Quäntchen Glück, dass der Ball vom Innenpfosten auch ins Tor springt.» Allein darauf will man sich beim MSV nicht verlassen, sondern auch noch zwei, drei neue Spieler im Winter verpflichten.

Kohler soll die Mannschaft nicht nur in der Rückrunde aus dem Tabellen-Keller führen, sondern zu einer guten Adresse und Konstanten in der Bundesliga machen. «Mittel- und langfristig wollen wir in die obere Tabellenhälfte kommen», kündigt Hellmich an. (Von Andreas Schirmer, dpa)

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