Bundesliga : Katerstimmung bei Bayern-Verfolgern

Die Bayern-Verfolger in der Bundesliga müssen an diesem Wochenende auf einen Patzer des Spitzenreiters in Cottbus hoffen, um den Anschluss an die Münchner nicht völlig zu verlieren. Vor allem in Bremen und Hamburg ist der Frust nach dem Ausscheiden im Uefa-Cup groß.

Heinz Büse[dpa]
Rosenberg
Nach dem 1:0-Sieg gegen die Rangers, der für die Bremer das Ausscheiden aus dem Uefa-Cup bedeutet, ist die Stimmung an der Weser...Foto: ddp

Noch vor wenigen Wochen wurde die Prognose belächelt, nun könnte sie Wirklichkeit werden. Wie von Manager Uli Hoeneß weit vor Saisonbeginn angekündigt, benötigt die Konkurrenz möglicherweise schon bald ein Fernglas, um den FC Bayern München an der Bundesliga-Spitze im Blick zu behalten. Es scheint, als hätten sich die Verfolger schon vor dem 24. Spieltag mit dem Alleingang der Münchner abgefunden. Angesichts des Knockouts im Uefa-Cup wird in Bremen und Hamburg mehr von Schadensbegrenzung als von einer Aufholjagd gesprochen. "Wir müssen durch diese schwierige Phase durch. Unser Ziel ist Platz zwei", sagte Werder-Manager Klaus Allofs.

Anders als beim FC Bayern, der trotz der 1:2-Niederlage im Uefa-Cup gegen Anderlecht ins Viertelfinale einzieht, macht sich in Bremen und Hamburg Katerstimmung breit. Groß ist die Sorge, dass sich der Abschied von der internationalen Bühne negativ auf den Bundesliga-Endspurt auswirken könnte. Alle Beteiligten halten sich deshalb mehr denn je mit Kampfansagen an die Bayern zurück. HSV-Coach Huub Stevens vermied vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund gar den Begriff Champions League: "Wir wollen einen internationalen Startplatz. Das wäre für uns schon wie ein Titel."

Bremen will Negativserie gegen Wolfsburg brechen

Wie in Hamburg reift auch in Bremen die Erkenntnis, die Saison ohne einen erhofften Titel abzuschließen. Das 3:6 am vergangenen Spieltag gegen Stuttgart und der vergebliche Sturmlauf am Donnerstag im Uefa-Cup-Duell mit den Glasgow Rangers sorgten für Ernüchterung. Ein Heimsieg gegen Wolfsburg soll den negativen Trend stoppen. "Das Glück läuft uns momentan nicht hinterher. Aber vielleicht gelingt es uns, das Positive von heute mitzunehmen", sagte Allofs nach dem 1:0 gegen die Schotten, bei dem die Bremer zwar positive Ansätze zeigten, aber nicht den erforderlichen zweiten Treffer erzielten.

Nur eine Niederlage des unangefochtenen Spitzenreiters beim Tabellenletzten aus Cottbus könnte für neue Spannung im Titelkampf sorgen. Viel spricht jedoch nicht dafür, dass der Wunsch der schwächelnden Bayern-Jäger in Erfüllung geht. Schließlich gelang Energie in der Rückrunde noch kein Sieg. Allerdings sorgte Martin Demichelis für eine Störung des Münchner Vereinsfriedens. Auf die Weigerung des Innenverteidigers, erneut im defensiven Mittelfeld auszuhelfen, reagierte Trainer Ottmar Hitzfeld mit Härte: "Ein Spieler kann keine Wünsche äußern. Bis auf weiteres ist er suspendiert."

Favre wieder auf der Bank

Weniger eindeutig als an der Tabellenspitze ist die Lage im unteren Drittel. Die Gefahrenzone beginnt beim Tabellen-14. Hansa Rostock, der mit einem Heimsieg über Hertha BSC einen wichtigen Schritt Richtung Klassenverbleib tun will. Obwohl das DFB-Sportgericht gegen Lucien Favre nach den Vorkommnissen am vorigen Spieltag in Dortmund eine Innenraumsperre für ein Spiel und eine Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro aussprach, wird der Hertha-Trainer am Samstag auf der Bank sitzen. Weil die Berliner Berufung einlegten, ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Vor einer ähnlich schweren Aufgabe wie Schlusslicht Cottbus steht der 1. FC Nürnberg, der unter der Regie des neuen Trainers Thomas von Heesen am Sonntag bei den Himmelstürmern aus Leverkusen antreten muss. Die vergangenen acht Auswärtsspiele der Franken gingen allesamt verloren. Zudem verheißt die starke Form des Gegners wenig Gutes. "Wir haben mit der Mannschaft einen großen Schritt gemacht. Dieses Jahr wollen wir mehr. Das haben wir uns vorgenommen", sagte Bayer-Routinier Sergej Barbarez nicht nur mit Blick auf den Uefa-Cup.

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