Bundesliga : Kevin Kuranyi schießt die Schalker zum Sieg gegen Nürnberg

Ausgerechnet Kevin Kuranyi hat Schalke 04 vor einer Pleite gegen Nürnberg zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde bewahrt. Damit gelingt den Gelsenkirchenern bereits der vierte Sieg hintereinander.

Richard Leipold[Gelsenkirchen]
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Auf ihn ist Verlass. Kevin Kuranyi erzielte gegen Nürnberg den einzigen Treffer. -Foto: ddp

Vor Kurzem erst hat der FC Schalke 04 einen Uhrenhersteller aus der Schweiz als Werbepartner gewonnen, der auch auf dem Videowürfel unter dem Stadiondach anzeigt, was die Stunde geschlagen hat. Das erste Fußballspiel der Gelsenkirchener nach der Winterpause zeugte zwar wieder einmal nicht von der Präzision eines Schweizer Uhrwerks oder gar von einer neuen Zeitrechnung, was die spielerische Klasse angeht. Beim 1:0 über den unbequemen Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg erreichten die Schalker mit halbwegs solider Wertarbeit immerhin ihr Tagesziel. Kevin Kuranyis Tor aus der 48. Minute genügte den Gelsenkirchenern, um den FC Bayern München, der am Freitag vorgelegt hatte, wieder vom zweiten Platz zu verdrängen.

„Der Club war sicher vor allem in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, die am Ende unglücklich verloren hat“, sagte Felix Magath, der Trainer des FC Schalke. Die Vorbereitungszeit sei zu kurz gewesen, um „die Schwierigkeiten im Offensivspiel“ zu beheben. Der neue Club-Trainer Dieter Hecking sah bei seinem Einstand eine verbesserte Nürnberger Mannschaft, die zumeist gleichwertig wirkte und zweimal den Pfosten traf, aber auf einem Abstiegsplatz bleibt. Er sei nicht enttäuscht über die Leistung seiner Elf, sagte Hecking, aber natürlich auch nicht zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir hatten klare Chancen, aber auch einen Torwart gegen uns, der zweimal hervorragend gehalten hat.“

Nach dem Schaden am Dach der Arena wollten die Schalker weitere Winterschäden auf dem Rasen unbedingt vermeiden. Doch es fehlte ihnen wieder einmal an der Kreativität, die nötig gewesen wäre, den Gegner frühzeitig auf Distanz zu halten. Von den sechs Zugängen, die der Verein in der Winterpause unter Vertrag genommen hat, hatte Trainer Magath zwei in die Startelf beordert: den Angreifer Edu und den Mittelfeldstrategen Peer Kluge, der seine Premiere allerdings schon in der 35. Minute wegen einer Knöchelverletzung abbrechen musste.

Schalke brachte in der ersten Hälfte nichts zustande, was den furchtlosen Abstiegskandidaten hätte einschüchtern können. Im Gegenteil: Als die Partie sich dahinschleppte, schreckte Angelos Charisteas die zuweilen schläfrige Abwehr der Heimelf mit einem Warnschuss auf. Nachdem Marcelo Bordon die Übersicht verloren hatte, traf der Grieche den Pfosten. Nach dem Seitenwechsel allerdings machten die Königsblauen früh deutlich, dass sie an ausgeglichenen Verhältnissen kein Interesse hatten.

Kevin Kuranyi nutze eine Flanke von Jefferson Farfan zu seinem neunten Saisontor. „Die Schalker hatten diese eine große Chance, und die haben sie eiskalt genutzt“, sagte der Nürnberger Torwart Raphael Schäfer. Nun war doch wieder die Situation eingetreten, die Schalke auch bei kühler Witterung behaglich vorkommt und es Gegnern so schwer macht, in Gelsenkirchen Punkte zu ergattern. Dennoch stand der Favoritensieg auf tönernen Füßen. Der Nürnberger Einwechselstürmer kam dem Ausgleich in der 68. Minute sehr nahe, doch der nicht nur in dieser Szene aufmerksame Torwart Manuel Neuer lenkte den Ball noch an den Pfosten.

Seinen guten Taten hatte er Worte vorausgeschickt, die bei den Fans Hoffnung wecken dürften. Der umworbene Torhüter, dessen Vertrag bis 2012 datiert ist, sagte, er werde „auch nächste Saison im Schalker Tor stehen, wenn wir einen Europapokalplatz erreichen“. Trainer Felix Magath hatte Neuer als einzigem Schalke-Profi, zumindest bis zum Sommer, das Etikett „unverkäuflich“ angeheftet. „Es ehrt mich, dass ich auf Schalke einen solchen Stellenwert habe. Darauf kann ich mich aber nicht ausruhen“, sagte Neuer. Dieser Ausspruch passte zum Spiel. Auf einer Leistung wie gegen Nürnberg gezeigt, sollte die ganze Schalker Mannschaft sich nicht ausruhen, wenn sie ins internationale Geschäft zurück will.

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