Bundesliga-Kommentar : Marcel Reif: Hertha steht zu Recht ganz oben

Hertha Harmlos? Das war einmal. Hoffnung Hertha – das ist heute. Das sagt Tagesspiegel-Kolumnist Marcel Reif

Marcel Reif
marcel reif
Der Fernsehreporter. Marcel Reif kommentiert für uns die Bundesliga.Foto: Premiere

Und nun? Gibt es noch Hoffnung? Aber ja, die Hoffnung heißt Lell, heißt Rensing, und sie heißt Hertha. Man hatte ja nach dem Freitagspiel und der kleinen, von Leverkusen besorgten Hoffenheimer Demontage annehmen müssen, dass nun alles seinen gewohnten Gang geht. Täglich grüßt das Murmeltier und alljährlich wird der FC Bayern Meister. Weil ja ansonsten jeder jeden schlagen kann in dieser Liga, weil die Leverkusener Hoffenheim überrennen, in der Vorwoche aber von Stuttgart überrannt wurden, weil der HSV den Karlsruher SC wieder zu Kräften ließ, weil der FC Bayern so besetzt ist, dass er sich die lame duck Lukas Podolski leisten kann, den viele haben wollen mit gutem Grund, der es aber in München nicht einmal auf die Bank schafft, und weil …

Sie kennen doch den Film mit dem Murmeltier und dem wunderbaren Bill Murray, der morgens aufwacht und den gleichen Tag erlebt wie am Vortag? So ist es mit den Bayern und der Bundesliga. Sie beherrschen die Liga bis zum Überdruss, da wirkt eine Hoffenheimer oder sonstwie geartete Einmischung nur kurzfristig erfrischend. Und was ist mit der Hoffnung? Die heißt Christian Lell, der sich beim Führungstor anstellte, als sei er allein für die Spannung in der Liga zuständig. Die heißt auch Michael Rensing, der in der gleichen Situation agierte, als wolle er in die B-Jugend und nicht in die Nationalmannschaft. Und die heißt Hertha, von der viele sagen, sie sei überschätzt und stünde zu Unrecht da, wo sie steht. Aber sie steht da, und sie steht gut da, und sie hat sich gestern erfolgreich gegen das Murmeltier gestemmt. Hertha Harmlos? Das war einmal. Hoffnung Hertha – das ist heute.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben