Bundesliga : Kuranyi lässt Schalke jubeln

Der FC Schalke 04 hat zumindest für einen Tag die Tabellenspitze in der Fußball-Bundesliga übernommen. Zum Auftakt des 26. Spieltages besiegte das Team von Trainer Felix Magath am Freitagabend den VfB Stuttgart.

Richard Leipold
Schalke Foto: ddp
Kevin Kuranyi (r.) hat in der Torjägerliste zum Leverkusener Stefan Kießling aufgeschlossen. -Foto: ddp

GelsenkirchenFelix Magath hatte das Thema Meisterschaft zum Tabu erklärt. Und die Spieler des FC Schalke 04 hielten sich an diese Vorgabe ihres Trainers, zumindest in den eigenen vier Kabinenwänden. Der Titel sei in der Umkleide kein Gesprächsthema, sagte Benedikt Höwedes vor dem Spiel. Draußen auf dem Rasen regten die Schalker ihre Fans jedoch spielend zum Träumen an und lieferten Diskussionsstoff, der auch das Thema Titel nicht aussparen dürfte. Dank der Tore von Edu und Kevin Kuranyi bei einem Gegentreffer von Serdar Tasci besiegten sie den VfB Stuttgart 2:1 und setzten sich zumindest bis Samstagabend, wenn der der FC Bayern gegen Freiburg spielt, an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga.

Ivan Rakitc hatte seine Kollegen gewarnt. "Gerade in der Anfangsphase müssen wir aufpassen, die Mannschaften von Christian Gross sind immer sofort hellwach", sagte der Schalker Mittelfeldstratege, der beim FC Basel unter Gross trainiert hatte. Die Warnung fand Gehör. Schalke hielt den Gegner zunächst davon ab, seine spielerischen Vorzüge zur Geltung zu bringen. Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, ehe dem VfB der erste gezielte Vorstoß gelang. Beim Abschluss stand der Gelsenkirchener Torwart Manuel Neuer dem Stuttgarter Stürmer Progebnjak allerdings im Wege. Nur eine Minute später scheiterte auch Zdravko Kuzmanovic aus vielversprechender Position am Torhüter. Auf der anderen Seite hatte Kuranyi zwei Chancen, kam aber nicht zum Erfolg. Sonst bereiteten die ausgeglichenen Verhältnisse in der ersten Halbzeit Ordnungsfanatikern mehr Freude als den Anhängern kreativer Spielzüge. Hüben wie drüben hatte die Sicherung des eigenen Strafraums Vorrang.

In der Pause beschloss Magath jedoch, das Risiko zu erhöhen: Anstelle des defensiven Mittelfeldspielers Joel Matip machte sich der offensiver veranlagte Alexander Baumjohann an die Arbeit. Dieses Zeichen zum Aufbruch blieb nicht ohne Wirkung. Kurz nach dem Seitenwechsel nutzte der auch gerade erst eingewechselte Edu eine verunglückte Abwehraktion von Tasci zum Führungstreffer - der Auftakt zu einem munteren Schlagabtausch, der den Unterhaltungswert steigerte und die Zuschauer für das Taktieren im ersten Durchgang entschädigte.

Der VfB ließ sich nicht verunsichern und schlug wenige Minuten später zurück. Tasci machte seinen Fehler wieder gut und verwertete eine Freistoßflanke von Kuzmanovic mit dem Kopf zum Ausgleich. Wieder fünf Minuten später brachte Kuranyi Schalke nach Westermanns Vorarbeit abermals in Führung. Diesmal setzten Schalke dem Gegner energischer zu als nach dem ersten Tor. Der VfB steckte nicht auf, stemmte sich gegen die Niederlage. Auch wenn sich in den Abwehrreihen nun mehr Fehler einschlichen, wurde sichtbar, dass hier die zweit- gegen die drittbeste Mannschaft der Rückrunde spielte. Der VfB brachte Schalke auch einige Male zum Zittern, musste sich aber in einer umkämpften, zeitweise auch spielerisch ansprechenden Begegnung geschlagen geben.

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