Bundesliga : Leverkusen nur 1:1 gegen Abstiegskandidat Bochum

Liga-Tristesse nach Pokal-Gala: Ein ernüchterndes Remis (1:1) für Bayer 04 Leverkusen gegen den VfL Bochum. "Es ist wie eine Niederlage", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

Andreas Schirmer[dpa]
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Der Leverkusener Patrick Helmes holt den Ball nach seinem Elfmeter zum 1:1 aus dem Netz. Rechts Bochums Torwart Daniel Fernandes....Foto: dpa

Düsseldorf Vier Tage nach dem berauschenden Sieg gegen Bayern München ist Bayer 04 Leverkusen in der Fußball-Bundesliga gegen einen dezimierten Abstiegskandidaten nicht über ein ernüchterndes Remis hinausgekommen. Die Werkself erreichte am Sonntagabend zum Abschluss des 23. Spieltags nur mit Mühe und Not ein 1:1 (0:1) gegen den VfL Bochum und wartet damit weiter auf den ersten Meisterschafts-"Dreier" im Düsseldorfer Ausweichquartier LTU arena. "Wir haben 1:1 gespielt, das ist wie eine Niederlage", meinte Abwehrspieler Lukas Sinkiewicz. "Es tut ein bisschen weh, wir werden trotzdem versuchen, in den Uefa-Cup reinzukommen", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler und bemängelte die Chancenverwertung: "Wir waren nicht kaltblütig genug."

Nach der Führung durch Christoph Dabrowski (32. Minute) gelang Patrick Helmes per Handelfmeter (66.) vor 26.000 Zuschauern der Treffer zur Punkteteilung. Für Bayer, das am kommenden Samstag als Ranglistensiebter (37 Punkte) bei Tabellenführer Hertha BSC antreten muss (Völler: "Wir können dort nicht nur punkten, wir können dort gewinnen"), zu wenig im Rennen um die Europapokalplätze; für Bochum, das nach der Gelb-Roten Karte gegen Mergim Mavrai (65.) in Unterzahl spielte, bedeutete das Remis den elften Punkte aus den vergangenen sechs Partien. Im Klassement rangiert der VfL auf Platz 14 (22).

Keine Glanzvorstellung

Von einer erneuten Glanzvorstellung war bei der Bayer-Elf erstmal nichts zu sehen - dabei hatte Trainer Bruno Labbadia dieselbe Formation aufs Feld geschickt, die die Bayern noch mit 4:2 aus dem DFB-Pokal geworfen hatte. Selbst das frühe Aus von Bochums Hoffnungsträger Diego Klimowicz, der nach überstandener Sperre in der 14. Minute verletzt vom Platz musste, brachte den Motor der Werkself nicht auf Touren. Zu behäbig, zu schwerfällig, zu einfallslos agierten die "Hausherren" in der ersten halben Stunde. Dazu kam die "ungenügende" (Völler) Chancenverwertung: Stefan Kießling zielte zuerst (24.) aus zehn Metern drüber, dann verpasste er ein Helmes-Zuspiel (34.). Sinkiewicz vergab vier Minuten vor der Pause am starken VfL-Keeper Daniel Fernandes.

Die erst gegen Ende der ersten Hälfte unter Druck geratenen Bochumer nutzten ihre Möglichkeiten besser. Nachdem der für Klimowicz eingewechselte Sinan Kaloglu noch am herausgestürmten Nationalkeeper René Adler scheiterte, wuchtete Dabrowski einen Kopfball aus kurzer Distanz in die Maschen - auch weil Gegenspieler Kießling sich in dieser Situation verschätzte. Das war's wiederum, was Bochum in Hälfte eins ausrichtete. Die Mannschaft von Coach Marcel Koller, dem Defensiv-Allrounder Oliver Schröder (Oberschenkelverletzung) fehlte, beschränkte sich darauf, die Führung in die Pause zu retten.

Umgekehrtes Bild nach dem Seitenwechsel: Auf einmal sind die Bochumer dem zweiten Tor näher, aber Dabrowski (48.) und Jeol Epalle (60./63.) vergeben. Wer trifft, ist Helmes: Den Strafstoß nach dem Handspiel von Mergim Mavraj lässt sich der Torjäger nicht nehmen und erzielt seinen 17. Saisontreffer. Erst in Überzahl schalteten die Gastgeber einige Gänge hoch. Enrique hatte gleich zwei Möglichkeiten zum Siegtreffer, vergab aber beide Male (79./83.). Unterschätzt hatten die Leverkusener die Bochumer laut Kießling nicht: "Wir sind in das reingegangen, als wäre es der FC Bayern."

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