Bundesliga : Leverkusen schießt sich aus der Krise

Bayer Leverkusen hat seine letzte Chance im Kampf um einen Uefa-Cup-Platz genutzt und gegen die heimschwachen Konkurrenten aus Stuttgart gewonnen.

Stuttgart - Die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe siegte am Samstag in der Fußball-Bundesliga mit 2:0 (1:0) bei den Schwaben. Damit verkürzte Bayer den Rückstand auf den VfB auf einen Punkt. Paul Freier (30.) und Dimitar Berbatov (89.) mit seinem zwölften Saisontor erzielten die Treffer. Vor 32 000 Zuschauern leisten sich die Stuttgarter die vierte Heimniederlage.

Für Trainer Armin Veh, der um eine Verlängerung seines Vertrages kämpft, war dies kein Empfehlungsschreiben. Nach zuletzt zwei Niederlagen, vielen Schlagzeilen um die Calmund-Affäre und nun auch noch bekannt gewordenen Manipulations-Ermittlungen konnten die Leverkusener nun wenigstens sportlich einigermaßen überzeugen.

Unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Assistent Joachim Löw, dem wieder genesenen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer- Vorfelder und dem neuen DFB-Sportdirektor Matthias Sammer konnten die Nationalspieler nicht glänzen. Leverkusens Mittelfeld-Motor Bernd Schneider agierte solide. Der verletzte VfB-Torwart Timo Hildebrand (Achillessehnenreizung) sah sich die Partie im Fanblock an.

Von den Kandidaten mit minimalen Aussichten überzeugte am ehesten Torschütze Freier, der sich nach dem Ausfall von Bayern-Profi Sebastian Deisler noch leise Hoffnungen auf die WM machen kann. Abwehrspieler Andreas Hinkel hatte nach einem verhaltenen Beginn ein paar ansprechende Offensivaktionen. Einen Tag vor seinem 24. Geburtstag musste er in der Pause jedoch Stürmer Mario Gomez weichen. Für Hinkel ist der Weltmeisterschafts-Zug jedoch wohl ebenso abgefahren wie für Thomas Hitzlsperger, der auf der Bank saß.

Sein Debüt für die Stuttgarter gab der dreimalige Nationalspieler Daniel Bierofka: Der in der 68. Minute eingewechselte Ex-Leverkusener hatte in der Saisonvorbereitung einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten und musste danach mehrfach operiert werden. Während die Gastgeber im Angriff wieder auf Danijel Ljuboja setzen konnten, fiel Jesper Grönkjaer verletzt aus.

Die Leverkusener - wieder mit dem zuletzt gesperrten Juan in der Abwehr - spielten im ersten Durchgang wesentlich weniger zurückhaltend als der VfB und nutzten geschickt die Räume. Hingegen wirkten die Schwaben nach vorne oft ideenlos und hektisch. Vor allem Jon Dahl Tomasson war die Verunsicherung wieder einmal anzusehen: Der Däne wartet nun seit dem 20. November (zwei Tore beim 2:2 gegen Hannover 96) auf einen Treffer und musste nach 45 Minuten draußen bleiben.

In der abwechslungsreichen, aber nicht auf hohem Niveau stehenden Partie hatte Freier mit einem Flachschuss (15.) zunächst die beste Leverkusener Chance. Als die VfB-Abwehr auf Abseits spekulierte, überwand er Hildebrand-Ersatz Dirk Heinen zum 1:0. Der eingewechselte Cacau sorgte nach dem Wechsel für eine «Hallo-wach»-Aktion, indem er mit drei satten Schüssen innerhalb von fünf Minuten die Bayer-Abwehr und Torwart Jörg Butt erschreckte und sein eigenes Team aufrüttelte. Doch Leverkusen schaukelte das Spiel nach Hause - vor allem dank des starken Keepers Jörg Butt und des späten Treffers von Berbatov. (Von Ulrike John, dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar