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Bundesliga : Magaths Rückkehr zu Schalke missglückt

Schalke hat sich mit einem verdienten Sieg gegen Wolfsburg aller Abstiegssorgen entledigt. So spektakulär wie zuletzt gegen Mailand spielten die Königsblauen jedoch zunächst nicht.

Richard Leipold
Trainer Ralf Rangnick (li.) und Raul umarmen sich nach dem 1:0-Sieg.
Foto: dpa

Ralf Rangnick hatte sich die Atmosphäre bei seiner Heimpremiere als Trainer des FC Schalke 04 auf plastische Art ausgemalt. Wenn es richtig gut laufe, etwa so wie im Champions -League-Spiel vor einigen Wochen gegen Valencia, dann werde „der Rest des Daches auch noch wegfliegen“, sagte der neue Trainer des Revierklubs. Das Dach war schon schadhaft, als in Schalke noch Felix Magath herrschte. Vierundzwanzig Tage nach seiner Entlassung kehrte Magath an seinen alten Arbeitsplatz zurück. Nicht weil er sich eingeklagt hätte, sondern weil er inzwischen den VfL Wolfsburg trainiert. Der Rest des Daches ist zwar nicht weggeflogen, dafür gewannen die Schalker vier Tage nach dem wundersamen Triumph von Mailand in der Champions League dank des Treffers von José Manuel Jurado immerhin 1:0 (0:0) gegen den VfL.

Wolfsburg, vor zwei Jahren noch Meister mit Magath, muss dagegen weiter um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga bangen.

Anders als drei Wochen zuvor hatten die Fans des FC Schalke vor dem Anpfiff auf Missfallenskundgebungen gegenüber Magath verzichtet. Kein Transparent, kein Schmährufe – die Gegner des früheren Gelsenkirchener Impresario zeigten sich als schweigende Mehrheit. Ihnen reicht es, dass Magath und sein Team weitergezogen sind an einen anderen Standort.

Die anfängliche Ruhe auf den Rängen wurde durch das Geschehen auf dem Rasen zunächst nicht gestört. In der Frühlingssonne vermochten sich beide Mannschaften nicht zu großen Taten aufzuraffen. Die Strafräume blieben ein gut abgeriegeltes Sperrgebiet, in dessen Nähe die Spieler aufgrund des zähflüssigen Verkehrs im Mittelfeld nur selten vorrückten. Von Wolfsburg ist das Bundespublikum in dieser Saison ohnehin nicht viel Gutes gewöhnt. Und wenn dem Schalker Spiel in dieser Phase ein Wert zueigen war, dann war es ein Wiedererkennungswert. Sie spielten ähnlich uninspiriert, wie sie es schon unter Magath in vielen Bundesligapartien getan hatten, wie so oft auf veritable Leistungen und Erfolge in der Champions League folgten.

Vielleicht lag es auch an den Kenntnissen über Schalke, die Magath in fast zwei Jahren Arbeit in diesem Fußballrevier erworben hat. „Ich werde versuchen, alles an meine Mannschaft weiterzugeben, was ich über den Gegner weiß“, hatte Magath gesagt, der auf den gesperrten Innenverteidiger Arne Friedrich verzichten musste. Wäre Schalke ein börsennotiertes Unternehmen, wären solche „Insidergeschäfte“ wohl ein wenig heikel. Aber es ging ja nur um Fußball.

Nach dem Seitenwechsel deuteten einige Vorstöße auf einen Zuwachs an Tatendrang hin. Distanzschüssen von Uchida und Edu folgte ein Lattentreffer des Einwechselspielers Alexander Baumjohann, der in Mailand überzeugt hatte, diesmal aber erst zu Beginn des zweiten Durchgangs Lukas Schmitz ablöste.

Auch die Fans wurden nun munterer und trieben ihre inzwischen eifrige, aber immer noch nicht durchschlagskräftige Elf nach vorn. Aus Sicht der Schalker stimmte nun die Richtung – und am Ende sogar das Ergebnis. Jefferson Farfan bereitete mit einer raffinierten und filigranen Vorlage seinem – später mit Beifall verabschiedeten – Mitstreiter Jurado den Weg zum Siegtor. Schalke war, trotz einiger Schwächen, heil im Alltag gelandet und feierte den ersten Sieg über Wolfsburg nach acht vergeblichen Anläufen.

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