Bundesliga : Mainz bezwingt die "Wölfe"

Der FSV Mainz 05 hat im Abstiegskrimi bessere Nerven als Wolfsburg.

Wolfsburg - Michael Thurk und Benjamin Auer haben dem FSV Mainz 05 im Abstiegs-Krimi der Fußball-Bundesliga Leben eingehaucht und den VfL Wolfburg in allergrößte Nöte gestürzt. Dank Thurks zwölftem Saisontor (5. Minute) und Auers Doppelschlag (81./85.) holten die Mainzer am Mittwochabend einen glücklichen 3:0 (1:0)- Auswärtssieg, mit dem sie ihre Serie von fünf sieglosen Spielen rechtzeitig im Endspurt um den Klassenverbleib beendeten. Vor 23 885 Zuschauern in Wolfburg konnten die «Wölfe» (33 Punkte) auch im fünften Heimspiel nacheinander nicht gewinnen und haben zwei Spieltage vor Ende der Saison nun nur noch zwei Zähler Vorsprung auf den 1. FC Kaiserslautern auf Platz 16, der in Frankfurt 2:2 spielte. Gesichert ist aber auch Mainz (34) noch lange nicht.

Wolfsburgs leidgeprüfter Trainer Klaus Augenthaler musste ein letztes Mal auf die Rot-gesperrten Diego Klimowicz und Facundo Quiroga verzichten. Auch Mike Hanke saß nach seiner Sprunggelenk- Verletzung die erste Stunde nur auf der Bank. Im Angriff blieben die Vertreter des Nationalstürmers Rick Hoogendorp und Steve Marlet blass. Bei den Gästen fehlte Miloard Pekovic nach seiner zehnten Gelben Karte. Für ihn brachte 05-Trainer Jürgen Klopp Mathias Abel, der rechts verteidigte. Christian Demirtas rückte dafür ins Mittelfeld der Mainzer, die sofort munter drauf los stürmten und wie im Hinspiel ein schnelles Tor erzielten.

Die Gastgeber boten dabei allerdings ordentlich Schützenhilfe, weil sie dem Gegner viel zu viele Freiheiten ließen. Conor Casey hatte auf Thurk gespielt, der «Wölfe»-Keeper Simon Jentzsch mit einem satten Linksschuss von der Strafraumgrenze aus ins lange Eck überwandt. Danach gab es lange Gesichter in Wolfsburg, denn der Tabellen-16. Kaiserslautern ging fast gleichzeitig in Führung und war plötzlich im Abstiegskampf nur noch vier Tore schlechter.

Die «Wölfe» kämpften, aber zwingende Chancen blieben in dem zwischendurch reichlich nickligen Abstiegs-Duell Mangelware. Und wenn der Ausgleich dann doch - mehr aus Zufall - in der Luft lag, wurde das Tor mehr oder minder weit verfehlt. Wie von Abwehrrecke Stefan Schnoor, der in der 29. Minute nach Menseguez-Ecke aus Nahdistanz weit daneben zielte. Auf der anderen Seite musste Jentzsch Kopf und Kragen riskieren, um bei einem Casey-Kopfball das 0:2 zu verhindern.

Mit Hans Sarpei kam Wolfsburg aus der Kabine - nach einer Stunde folgte Hanke für Marlet. Doch ändern tat sich nichts Wesentliches, wenn man von einem zweifelhaften Abseitstor des Nationalstürmers (70.) einmal absieht. Die Gastgeber hatten zwar mehr vom Spiel, ohne aber die ganz zwingenden Torchancen herausarbeiten zu können. Überdies konnte sich Mainz auf Keeper Christian Wetklo verlassen. Jentzsch unterlief dagegen ein böser Fehler beim Herauslaufen, der Auer in der Schlussphase die Entscheidung ermöglichte. Auers zweiter Treffer nur vier Minuten später besiegelte die «Wölfe»-Pleite. (Von Gerd Glaner, dpa)

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