Bundesliga : Mönchengladbach unterliegt Stuttgart 1:3

0:3 stand es aus Sicht Mönchengladbachs schon zur Pause. Die Borussia stürmte mit der Euphorie des Aufsteigers, scheiterte aber an der Abgeklärtheit des VFB. Mehr als der Ehrentreffer war nicht mehr drin.

Stefan Hermanns
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Stuttgarts Mario Gomez (l) und Thomas Hitzlsperger (1:0) bejubeln das 2:0 durch Ciprian Marica (r).Foto: dpa

MönchengladbachMitte der zweiten Halbzeit vollzog sich bei der Borussia aus Mönchengladbach eine Art Verwandlung. Aus dem Aufsteiger wurde plötzlich wieder ein gestandenes Mitglied der Fußball-Bundesliga. Das Publikum im Borussia-Park erhob seine Stimme, als gäbe es den Unterschied zwischen einem Aufsteiger und dem VfB Stuttgart nicht. Ja, die Fans von Borussia Mönchengladbach glaubten an die Wende. Nur noch 1:3 hieß es nach dem Tor von Rob Friend, die Gladbacher drückten, das Publikum tobte – am Ende aber blieb der Aufsteiger ein Aufsteiger. „Die Bundesliga hat für uns begonnen“, sagte Borussias Mittelfeldspieler Patrick Paauwe nach der 1:3-Niederlage gegen den VfB. „Da geht alles einen Tick schneller.“

Die Gladbacher stürmten mit der Euphorie eines Aufsteigers, immer mutig den Weg in die Offensive suchend. Auf diese Weise entwickelte sich ein munteres Spiel, doch gegen den ausgebufften VfB erwies sich die Taktik des Liga-Neulings als reichlich naiv. „Ich finde, dass wir sehr intelligent gespielt haben“, sagte Stuttgarts Manager Horst Heldt. Schon zur Pause führte seine Mannschaft 3:0. Das 1:0 durch einen Fernschuss von Thomas Hitzlsperger fiel, als Borussias Kapitän Sascha Rösler außerhalb des Feldes behandelt wurde und im Gladbacher Mittelfeld zum ersten Mal die defensive Ordnung fehlte. Vor dem 2:0 durch Ciprian Marica ließ sich Jean-Sebastien Jaurès, einer von drei Neuen bei Borussia, an der Eckfahne von Jan Simak den Ball abjagen, und dem 3:0 von Mario Gomez ging ein Ballverlust von Marko Marin weit in der Stuttgarter Hälfte voraus.

Jens Lehmann bietet solide Leistung

Selbst wenn die Gladbacher ihre vielen Chancen genutzt hätten, hätte der VfB das Spiel vermutlich gewonnen – er hatte noch ein paar mehr. Aber die Gladbacher nutzten ihre Chancen ja nicht einmal. Jens Lehmann vereitelte bei seiner Rückkehr in die Bundesliga mehrere gute Möglichkeiten, allein Friend scheiterte vor seinem Ehrentreffer zweimal freistehend am ehemaligen Nationaltorhüter, bei seiner dritten Möglichkeit verfehlte der Kanadier mit seinem Schuss das Tor. „Wir haben die Tore gemacht, Gladbach nicht“, sagte Lehmann. „Dann kann man so ein Spiel nicht gewinnen.“ Das ist eben der Unterschied zwischen einem Aufsteiger und einem gestandenen Mitglied der Bundesliga.

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