Bundesliga : Özil wirft Schalke "schmutzige Kampagne" vor

Mesut Özil will nicht als geldgieriger Jungprofi gelten. Die Weigerung, das Vertragsangebot des Revier-Klubs anzunehmen, habe nicht am Geld gelegen, versichert der 19-Jährige und attackiert Manager und Trainer.

Mesut Özil Foto: dpa
Mesut Özil. -Foto: dpa

Mesut Özil hat sich gegen sein Image als geldgieriger Jungprofi gewehrt und dem FC Schalke 04 "eine schmutzige Kampagne" vorgeworfen. Im Interview mit dem "Kicker" erklärte der 19-Jährige, dass seine Weigerung, das Angebot des Fußball-Bundesligisten zur Vertragsverlängerung bis 2011 anzunehmen, nicht an den Finanzen gescheitert sei. "Es lag an fehlendem Vertrauen. Herr Müller hat sich nicht an Absprachen gehalten. Am Geld lag es nicht", betonte Özil, der nach übereinstimmenden Medienberichten von Hannover 96 umworben wird. Ihn in der Öffentlichkeit als geldgierig hinzustellen, sei "eine absolute Frechheit".

Özil wirft Müller Wortbruch vor

Der Klubführung seines Noch-Arbeitgebers mit Trainer Mirko Slomka und Manager Andreas Müller warf Özil unter anderem Wortbruch vor. Man habe ihm nach Lincolns Weggang im vergangenen Sommer versprochen, keinen neuen Spielmacher zu holen, dann aber Ivan Rakitic verpflichtet. Er habe sich mehr Rückendeckung vom Klub gewünscht, auch von Slomka. Über ihn wolle er aber nichts sagen. "Meine Erziehung verbietet mir, mich über den Trainer zu äußern."

Nach den gescheiterten Vertragsverhandlungen hatte Slomka den deutschen U-21-Nationalspieler in der Vorbereitungsphase auf die Rückrunde nicht mehr berücksichtigt. Müller hatte danach erklärt, Özil werde kein Spiel mehr für Schalke machen. Tags darauf stimmte er einem Verkauf noch in der Winterpause zu. Müller hatte jedoch ausdrücklich Wert darauf gelegt, dass Özil in den Medien nicht als geldgieriger Profi vorverurteilt wird. "Man sollte ihn nicht in diese Ecke stellen", sagte Müller.

Hintertürchen offen gelassen

Slomka hatte am Sonntag im DSF sogar ein Hintertürchen für eine weitere Zusammenarbeit geöffnet. "Es gibt nur einen Weg. Der Spieler muss zu mir oder Andreas Müller kommen und seinen Fehler eingestehen." Doch die vage Möglichkeit einer Aussöhnung dürfte sich nach Özils neuerlichen Äußerungen wohl endgültig zerschlagen haben. Gleichwohl kann sich der gebürtige Gelsenkirchener vorstellen, weiter für Schalke zu spielen. "Ich hoffe sehr. Das entscheidet aber hoffentlich der Trainer allein", meinte der Spieler. "Der Fußball ist mein Leben, das wird mir keiner nehmen oder kaputt machen, auch Herr Müller nicht."

Nachdem Özils Berater und sein Vater schon mehrere Interessenten aus dem In- und Ausland ins Spiel gebracht haben, soll Hannover bei Schalke angefragt haben. Doch der Transfer sei bisher an der geforderten Ablösesumme von sieben Millionen Euro gescheitert, hieß es. Özil: "Die Höhe der Forderung zeigt jetzt, wer wirklich an das Geld denkt." (mbo/dpa)

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