Bundesliga-Relegation : Der Fall Marco Russ bleibt das große Thema

Das Relegations-Rückspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt wird vom Streit um die Erkrankung von Marco Russ beeinflusst.

Kurz vor dem Relegations-Hinspiel wurde bei Marco Russ ein Tumor entdeckt.
Kurz vor dem Relegations-Hinspiel wurde bei Marco Russ ein Tumor entdeckt.Foto: Reuters

Vor dem entscheidenden Spiel gegen Eintracht Frankfurt hat René Weiler genug. Der Trainer des 1. FC Nürnberg ließ seinem Ärger freien Lauf und kritisierte Teile der Berichterstattung im Fall Marco Russ. „Das ist unglaublich, das ist ungeheuerlich. Das ist Verunglimpfung, das ist Rufschädigung“, schimpfte der sonst so beherrschte Schweizer bei der Pressekonferenz vor dem Relegationsgipfel am Montag (20.30 Uhr/ARD).

Weiler hatte nach dem Hinspiel den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erkrankung von Russ wie folgt kritisiert. „Anfänglich wurde mit der Aussage ganz normal umgegangen. Weil ja die Schlagzeilen immer noch skandalöser daherkommen müssen, war die Aussage dann, Weiler sagte: ’Die Krankheit von Russ wäre eine Inszenierung’; das entspricht nullkommanull meiner Aussage.“

„Ich bin frustriert, ich bin schockiert"

Bei Russ war einen Tag vor dem 1:1 ein Tumor festgestellt worden. Der Abwehrspieler lief am Donnerstagabend trotzdem auf und erzielte im ersten Duell zwischen dem Bundesliga-Sechzehnten und dem Zweitliga-Dritten ein Eigentor. „Ich bin frustriert, ich bin schockiert. Wie da Aussagen zerpflückt werden“, sei eine besorgniserregende Entwicklung, sagte Weiler.

Sein Torwart Raphael Schäfer hatte kurz nach Schlusspfiff sogar gemeint: „Ich glaube, wenn einer wirklich schwer krank ist, dann kann er heute kein Fußball spielen.“ Schäfer entschuldigte sich umgehend dafür, Weiler wiederum sah sich zu einer Klarstellung verpflichtet.

Frankfurts Trainer Kovac will nicht mehr über Russ sprechen

Russ wird diesmal fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zehnten Gelben Karte in dieser Saison gesperrt und wird außerdem bereits am Dienstag operiert. „Er soll sich auf seine Operation konzentrieren. Das ist jetzt das Wichtigste, dass er schnell wieder gesund wird“, erklärte Frankfurts Trainer Nico Kovac.

Auf den Fall Russ wollte Kovac am Sonntag nicht mehr weiter eingehen. „Ich will das Thema nicht mehr großartig breittreten. Wir konzentrieren uns voll auf das Spiel“, sagte er. Für die Eintracht bleibt diese Gemengelage jedoch sehr belastend. Das wichtigste Spiel der vergangenen Jahre steht im Schatten eines persönlichen Schicksals. „Wenn man es auf Marco bezieht, muss man sagen: Fußball ist nur eine Nebensache. Aber für uns ist diese Nebensache sehr wichtig“, meinte Kovac.

„Ich hoffe, dass das Spiel im Vordergrund steht"

Ganz ähnlich dürfte das Weiler sehen. Für den Schlusspunkt dieser Bundesligasaison ist ihm ganz besonders wichtig: „Ich hoffe, dass morgen Abend das Spiel im Vordergrund steht.“

Nürnberg könnte zum achten Mal den Aufstieg in die Bundesliga schaffen. „Es ist alles komplett offen für beide Mannschaften, jetzt gibt’s nur noch ein Spiel, ein Pokalspiel, ein Endspiel. Das Spiel muss gewonnen werden von der Mannschaft, die weiterkommen will“, betonte Weiler. Mit dem gleichen Personal wie im Hinspiel wollen die Nürnberger, denen schon ein torloses Remis reicht, ihren Traum wahr machen. Frankfurt benötigt einen Sieg oder ein Unentschieden mit mindestens zwei Toren. (dpa)

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