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Bundesliga-Relegation : Hamburger SV zittert sich zum Klassenerhalt

Zwei Unentschieden haben gereicht: Der HSV bleibt in der Bundesliga, Greuther Fürth ist trotz starker Leistung in der Relegation an den Norddeutschen gescheitert. Zwei Ex-Berliner waren Hamburgs Matchwinner.

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Ausgelassener Jubel bei HSV-Trainer Mirko Slomka.
Ausgelassener Jubel bei HSV-Trainer Mirko Slomka.Foto: dpa

Oliver Kreuzer und Mirko Slomka wären beinahe gestolpert, so rasch wurden nach dem Spiel die Absperrgitter herangetragen. Nach dem 1:1 (0:1) im zweiten Relegationsspiel bei der Spielvereinigung Greuther Fürth konnten der Manager und der Trainer des Hamburger SV ja von Glück reden, dass um sie herum eine Party-Zone errichtet wurde. Nach dem 0:0 im Hinspiel am Donnerstag hat das Gründungsmitglied der Bundesliga am Sonntag den Klassenerhalt geschafft. Dazu bedurfte es neben einer gehörigen Portion Glück einer Steigerung im Rückspiel gegen den Zweitliga-Dritten. Die Uhr im Hamburger Stadion, Zeichen ununterbrochener Bundesliga-Zugehörigkeit, tickt also erstmal weiter.

Ordner und Absperrgitter aber kollidierten im Moment ungezügelter Freude mit wild tanzenden Hamburgern, die sich erleichtert in den Armen lagen, einander zu Boden rissen oder ihre Freude einfach nur herausbrüllten. Dabei fiel ein Mann mit besonderem Engagement auf, der mit seinem Kopfballtor zum 1:0 in der 14. Minute die Grundlage für das versöhnliche Saisonende gelegt hatte: Pierre-Michel Lasogga. Der von Hertha BSC ausgeliehene Stürmer baute sich zunächst triumphierend vor Fürths Trainer Frank Kramer und dessen Spielern auf und grabschte dann Kreuzer ins Gesicht als wollte er ihm die Nase stehlen. Während Kreuzer verlegen lächelte, fanden Kramer und Anhang Lasoggas Gehabe weniger lustig. Fürths Manager Rouven Schröder tauchte vor der HSV-Bank auf, es kam zu Wortgefechten.

Da war Lasogga längst Richtung Feierzone verschwunden und fiel dem zweiten entscheidenden Mann um den Hals: Torwart Jaroslav Drobny, der wie im Hinspiel den verletzten René Adler vertreten hatte und neben Lasogga zum Matchwinner wurde. „Die letzten 20 Minuten war das hier nicht mehr sehr entspannt“, sagte Trainer Slomka, „Jaroslav ist einer der Gewinner dieser Spiele, wir waren heute die glücklichere Mannschaft.“

Pierre-Michel Lasogga traf, Jaroslav Drobny hielt

In den Schlussminuten wäre der HSV ohne Drobnys Paraden Lasoggas Einsatzfreude untergegangen. Nach Stephan Fürstners 1:1 nach einer knappen Stunde spielte Fürth plötzlich nicht mehr zurückhaltend und nervös wie in Hälfte eins und brachte den Gegner mit dieser Leidenschaft aus dem Konzept. „Wir hatten den HSV am Rande, aber wir haben ihn eben nicht drüber gekommen“, sagte Fürths Trainer Frank Kramer.

Slomka kündigte schnelle Planungen für die neue Saison an. „Wir brauchen neue Gesichter im Klub“, sagte er. Ob Manager Kreuzer weitermachen darf beim HSV, darf zumindest bezweifelt werden. Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow sah sich jedenfalls zu einer Verteidigungsrede für Kreuzer veranlasst. „Ich hoffe, er bekommt die Chance, weiter zu arbeiten. Er hat einen guten Job gemacht“, sagte Jarchow.

Davon sind in Hamburg nicht alle überzeugt. Am 25. Mai findet eine Mitgliederversammlung statt, auf der die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung und weitgreifende Veränderungen beschlossen werden sollen, die auch Kreuzer betreffen könnten. Mäzen Klaus-Michael Kühne, der dem Klub zur Lizenzerteilung bis zu 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen will, gehört zu den Gegnern Kreuzers.

So ungewiss Kreuzers Zukunft ist, so fraglich ist auch die von Lasogga, der bei Hertha BSC einen Vertrag bis 2015 besitzt und an den HSV nur ausgeliehen ist. „Die nächsten Wochen werden entscheiden“, sagte Lasogga, der von vielen Klubs umworben wird. „Dass ich mich hier wohl fühle, weiß jeder. Aber es wird noch dauern, bis eine Entscheidung fällt.“

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