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Bundesliga-Relegation : Hertha erwägt Protest nach Skandalspiel

Das 2:2 zwischen Hertha und Düsseldorf, das den Berlinern den Ab- und den Rheinländern den Aufstieg brachte, geriet durch skandalöse Szenen fast in den Hintergrund. Und noch ist das letzte Wort offenbar nicht gesprochen.

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Unfassbare Szenen. Herthas Spieler bestürmen Schiedsrichter Wolfgang Stark, doch der setzt das Spiel nach minutenlanger Unterbrechung fort.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Streubel
15.05.2012 23:50Unfassbare Szenen. Herthas Spieler bestürmen Schiedsrichter Wolfgang Stark, doch der setzt das Spiel nach minutenlanger...

"Das Fußballspiel hätte nicht so ausgehen dürfen, wie es ausgegangen ist. Das hatte mit Fußball nichts zu tun", sagte Hertha-Manager Michael Preetz nach einem unfassbaren Fußballabend in Düsseldorf. Ob Hertha Protest gegen die Spielwertung einlegt, wollte er am Abend noch nicht beantworten. "Wir sind gut beraten die Dinge sacken zu lassen und werden alles in Ruhe bewerten". Preetz sagte allerdings auch: "Es ist unsere Verantwortung, darüber nachzudenken. Das sind wir unseren Fans schuldig."

Dabei hatten zunächst die Berliner Anhänger das Spiel durch das Werfen von Feuerwerkskörpern fast zum Abbruch gebracht, später stürmten dann die Düsseldorfer Zuschauer vor dem Abpfiff das Spielfeld. Polizei und Ordner versuchten die Chaoten vom Rasen zu drängen, doch die blieben minutenlang am Spielfeldrand stehen. Auf dem Platz lieferte sich Herthas Christian Lell fast eine Schlägerei mit den Düsseldorfer Spielern, es kam zu einem Gerangel zwischen den beiden Teams.

Ein normales Fußballspiel war es nur eine Stunde lang. Nach dem 2:1 für Fortuna Düsseldorf drehte die Hertha-Kurve durch, Chaoten warfen unzählige Feuerwerkskörper wie Fackeln auf den Platz. Auch im Düsseldorfer Block wurde gezündelt und ein Bengalo geworfen, Donnerschläge gingen durch die Arena. Spieler und Verantwortliche versuchten die Fans zu beruhigen, die Partie stand vor dem Abbruch. Der drohte erneut in der Nachspielzeit. Erst nachdem die Düsseldorfer nach minutenlanger Unterbrechung das Spielfeld verließen, kam dieses unwürdige Spektakel noch zu einem Ende.

Fotostrecke: Die chaotischen Szenen von Düsseldorf

Die chaotischen Szenen von Düsseldorf
Randale, bengalisches Feuer, Tanz auf dem Rasen: Die Düsseldorfer Fans finden es lustig. Schiedsrichter und Polizei nahmen die Tumulte, die das gesamte Spiel begleiteten, ernster.Weitere Bilder anzeigen
1 von 34Foto: AFP
16.05.2012 14:04Randale, bengalisches Feuer, Tanz auf dem Rasen: Die Düsseldorfer Fans finden es lustig. Schiedsrichter und Polizei nahmen die...

Dass Hertha überhaupt noch einmal auf den Platz zurückkehrte, lag einerseits an Schiedsrichter Wolfgang Stark, der in dem Chaos halbwegs den Überblick behielt. Andererseits hatte offenbar auch Otto Rehhagel seinen Anteil daran, dass es am Ende noch einen Schlusspfiff auf dem Rasen gab. "Rehhagel hat sich eingeschaltet und Frieden geschaffen", sagte Fortuna-Manager Wolf Werner.

DFL-Schiedsrichterchef Hellmut Krug stellte klar: "Die Berliner hätten sich keinen Gefallen getan, wenn sie nicht zurückgekommen wären. Nur der Schiedsrichter hat das Recht, das Spiel abzubrechen."

Dass die Spieler ehrbar für den Aufstieg und gegen den Abstieg gekämpft hatten, ging fast völlig in Rauch, Schwefel und Platzstürmen unter. Hertha verlässt zum sechsten Mal die Bundesliga, aber selten waren die Bilder so verstörend. Die Aufstiegsfeier der Düsseldorfer wurde von einem großen Polizei- und Ordneraufgebot begleitet.

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