Bundesliga-Relegation : Nürnberg legt gegen Augsburg vor

Der 1. FC Nürnberg schlägt den FC Augsburg im Relegations-Hinspiel mit 1:0 und kann damit weiter auf den Verbleib in der Bundesliga hoffen. Christian Eigler schießt kurz vor Schluss das Siegtor.

Wenn es nach Christian Eigler ginge, könnte ruhig jeden Tag Relegation sein. Denn was für jeden Fußball–Fan und die meisten Spieler eine Qual zwischen Erstliga-Sein und -Nichtsein bedeutet, scheint für den 26-jährigen Stürmer das ideale Arbeitsambiente zu sein. Sein entscheidendes Tor zum 1:0 (0:0) gegen den FC Augsburg war sein dritter Treffer im dritten Relegationsspiel – in 24 Bundesligaspielen dieser Saison waren es nicht mehr. Schon im Vorjahr traf er in beiden Spielen gegen Energie Cottbus und bescherte dem Club den Aufstieg in die Bundesliga. Und nun könnte sein Kopfballtor sechs Minuten vor Ende des Relegations-Hinspieles Nürnberg vor dem achten Bundesliga-Abstieg und damit einem neuen Negativ-Rekord bewahren. Es war einer der raren Höhepunkte in einem Nervenspiel.

Nach einer starken Saison ging der 1. FC Nürnberg mit großem Selbstervertrauen in das erste Relegationsspiel und siegte souverän 3:0. Das war vor einem Jahr. Die Nürnberger waren im Mai 2009 als Zweitligadritter beim verunsichterten Bundesliga-16. Energie Cottbus angetreten und hatten sich schließlich den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga gesichert. Am Donnerstag hingegen waren die Rollen vertauscht – der Club aus Franken musste sich den euphorischen Augsburgern aus Liga zwei erwehren. Zumindest in der Theorie.

Bunjaku verschießt Elfmeter

Beiden Mannschaften war von Beginn an die Nervosität anzumerken, Fehler folgte auf Fehler. Speziell die Augsburger, die in Liga zwei die beste Saison ihrer Vereinsgeschichte gespielt hatten, enttäuschten. Hektisch droschen sie lange Bälle nach vorne, doch immer wieder war ein Nürnberger Verteidigerbein dazwischen. Die Heimelf versuchte sich hingegen mit kurzen Pässen nach vorne zu kombinieren, was mit mäßigem Erfolg gelang. Immerhin kam Nürnberg mit diesem Rezept in Halbzeit eins zu Torchancen, was man von Augsburg nicht behaupten konnte. Nach 25 Minuten schoss Nürnbergs Stürmer Albert Bunjaku aus der Drehung auf das Augsburger Tor, doch Verteidiger Dominik Reinhardt konnte den Ball noch ablenken. Zehn Minuten danach war es wieder Bunjaku, der das Kunststück fertigbrachte, nach einer Freistoßflanke aus vier Metern über das Tor zu köpfen. Mehr Fußball gab es für die 43.000 Zuschauer in einer verkrampften ersten Hälfte nicht zu sehen.

Nach der Pause machte Bunjaku da weiter, wo er aufgehört hatte: Nach einer Ecke traf er aus kurzer Distanz zweimal hintereinander nur Augsburgs starken Torwart Simon Jentzsch. Und als der Schweizer zwanzig Minuten vor Spielende zum Elfmeter antreten durfte, nachdem Augsburgs Jonas de Roeck Nürnbergs Maxim Choupo-Moting am Trikot gezogen hatte, war zu ahnen, was passieren würde: Jentzsch hielt, wie er in den Minuten danach auch gegen Eigler, Javier Pinola und Ilkay Gündogan rettete.

Der 34-Jährige war bester Mann bei den Augsburgern, die über 90 Minuten zu keiner nennenswerten Torchance kamen. Jentzsch gab auch die Linie an diesem Abend vor: Schon in der ersten Hälfte pfiffen ihn Nürnbergs Fans wegen Zeitspiels aus, doch Jentzsch spielte unbeirrt mit seinen Verteidigern Doppelpässe. Fast hätte Augsburg das 0:0 ins Rückspiel gerettet, doch dann war Eigler nach einem Freistoß des eingewechselten Marcel Risse mit dem Kopf zur Stelle. Und mit Sicherheit wird er es kaum erwarten können, am Sonntag wieder in seinem Lieblingswettbewerb antreten zu dürfen. (Tsp)

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