Bundesliga-Saisonvorschau (14) : FC Augsburg: Frostfrei und bodenständig

Am 14. August startet die Fußball-Bundesliga in ihre 53. Saison. In unserer Serie testen wir Stärken, Schwächen und Vorlieben der Vereine. Folge 14: FC Augsburg.

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Der Star ist der Markus. Trainer Weinzierl weckte schon Begehrlichkeiten bei Dortmund und Schalke.
Der Star ist der Markus. Trainer Weinzierl weckte schon Begehrlichkeiten bei Dortmund und Schalke.Foto: dpa/Erichsen

Was hat sich verbessert?

Der kleine FC Augsburg hat mehr Geld. Durch die Qualifikation für die Europa League und die Einnahmen aus Fernsehverträgen der Bundesliga stieg der Etat von 22 auf 26 Millionen Euro. Dennoch steht dem FCA eine harte Saison bevor. Über Wochen und Monate neben der Bundesliga an Donnerstagen Spiele in der Europaliga zu absolvieren, das hat schon manchen Klub an den Rand seiner Leistungskraft gebracht. Deshalb wird Manager Stefan Reuter nicht müde, daran zu erinnern, „das A und O bleibt die Bundesliga“. Negative Vorbilder gibt es genug. Hertha BSC (09/10) und Nürnberg (07/08) stiegen auch aufgrund der Mehrbelastung ab, Freiburg blieb 2013 nur knapp drin. Augsburg will anders sein und den Ausflug nach Europa „genießen“, wie Trainer Markus Weinzierl sagt.

Wer sind die Stars?

Zuallererst mal der Trainer. Dortmund soll vergangene Saison angefragt haben, Schalke lockte mit einem konkreten Angebot. Weinzierl (40/Vertrag bis 2019) entschied „emotional“ und blieb. Doch auch seine Spieler wecken Begehrlichkeiten. Linksverteidiger Abdul Rahman Baba geht wohl zum FC Chelsea, wenn auch um die Ablösesumme noch geschachert wird. Augsburg soll ein 25-Millionen-Angebot abgelehnt haben und 30 Millionen Euro verlangen. Einziger namhafter Neuzugang ist bisher der frühere Nationalspieler Piotr Trochowski. Der wird allerdings sein Verletzungspech nicht los und fällt einige Wochen aus. Die in der Vergangenheit als „Stars“ eingekauften Stürmer Tim Matavz und Dong-Won Ji müssen noch mehr zeigen, um in diese Kategorie aufzusteigen. Die Stützen des Teams sind weiterhin Kapitän Paul Verhaegh, Halil Altintop, Marvin Hitz und Daniel Baier.

Wer hat das Sagen?

Ohne Coach und Manager geht in Augsburg nichts. Die Abhängigkeit vom Duo Weinzierl/Reuter ist gigantisch groß. Bisher war das ein großer Vorteil. Der Trainer hat viele Freiheiten, Reuter kümmert sich darum, ihn bei Laune zu halten und die gesunde Struktur des Klubs zu erhalten.

Was erwarten die Fans?

Die Euphorie ist nach dem Sprung ins internationale Geschäft groß. Aber mehr als große Erfolge im Europacup wünschen sich die Fans Authentizität und ein leidenschaftlich kämpfendes Team. Wo Augsburg draufsteht, soll auch künftig Augsburg drin sein. Bisher sieht es so aus, als könne der Klub den Weg der Bodenständigkeit weitergehen. Den unerwarteten Erfolg ertrugen die Augsburger mit sympathischer Selbstironie. Nachdem die Europacup-Qualifikation geschafft war, feierte das Team in T-Shirts mit dem Aufdruck: „In Europa kennt uns keine Sau.“ Der Spruch ist nun quasi Vereinsmotto. Bei „Twitter“ zwitschert der FCA unter dem Hashtag „keinesau“.

Was ist diese Saison möglich?

Offizielles Ziel des Tabellenfünften der vergangenen Saison ist der Klassenerhalt. Die große Frage ist: Schafft der geerdete FCA die Herausforderung Bundesliga plus Europa League? Anlass für Optimismus bietet die Tatsache, dass der Kern des Kaders erhalten bleibt. Allerdings ist er auch der viertälteste der Bundesliga, viele Profis jenseits der 30 kicken am Lech. Für Manager Reuter kein Problem. „Leistung hat nichts mit dem Alter zu tun“, sagt Reuter, der selbst noch mit 37 spielte. Man habe sich ausgiebig mit Regeneration und „altersgemäßer“ Ernährung beschäftigt. Wenn der FCA einen guten Saisonstart erwischt, ist ein Mittelfeldplatz drin.

Und sonst?

Ab sofort muss der FCA keine Angst mehr vor Eis und Schnee haben. Der Trainingsplatz hat eine Rasenheizung bekommen. Kein Scherz – bisher wurde im Winter im alten Rosenaustadion geübt.

– Morgen Folge 15: Bayer Leverkusen

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