Bundesliga-Saisonvorschau (4) : Mainz 05: Auf ein Neues

Mainz 05 hat die komplette Führung ausgetauscht – und will wieder allen zeigen, dass dieser Verein einfach nicht absteigen kann.

Zurück zu den Wurzeln. Trainer Sandro Schwarz (rechts) spielte einst für Mainz.
Zurück zu den Wurzeln. Trainer Sandro Schwarz (rechts) spielte einst für Mainz.Foto: René Vigneron/dpa

Am 18. August startet die Fußball-Bundesliga in die neue Saison. In unserer Serie testen wir die Vereine.

Teil vier:  Mainz 05.

Was hat sich verbessert?

Mainz bleibt eins ist geschafft. Wieder einmal hat sich der Klub den Klassenerhalt nach einer turbulenten Saison gesichert. Was jetzt kommt, ist trotzdem Neuland. Zumindest für Trainer und Vereinsführung. Präsident Johannes Kaluza und Trainer Sandro Schwarz müssen sich in ihren neuen Positionen beweisen. Und auch Sportchef Rouven Schröder steht mit seiner Zweitbesetzung als hauptamtlicher Vorstand in dieser Saison vor neuen Herausforderungen. Dennoch: Mit dem Trio soll alles besser werden, der rheinlandpfälzische Hauptstadtfußball wieder attraktiver. Mehr Ballbesitz und spielerische Lösungen, weniger lange Bälle, weniger Zitterpartien. So der Plan. Mit der Kombination aus alteingesessenen Spielern wie Stefan Bell und Niko Bungert und einigen Neuzugängen könnte das gelingen.

Wer sind die Neuen?

Die Einkaufsliste der Mainzer kann sich sehen lassen. Mit René Adler holte sich der Verein einen Torhüter, der schon beim Hamburger SV im Kampf um den Klassenerhalt nichts ausgelassen hat. Mit dem Spielemacher Alexandu Maxim (VfB Stuttgart) und Abwehrspieler Abdou Diallo (AS Monaco) verstärken zwei junge Talente den Kader, die zu Leistungsträgern werden könnten. Diallos Trikotnummer verspricht bereits eine große Zukunft in Mainz. Vor dem jungen Franzosen trugen Jürgen Klopp und Abwehrurgestein Nikolce Noveski die Nummer vier auf ihrem Rücken. Neu von der Partie sind außerdem die hierzulande unbekannten Offensivspieler Viktor Fischer (FC Middlesborough) und Kenan Kodro (CA Osasuna).

Wer hat das Sagen?

Theoretisch die Fans. Im zweiten Spieljahr nach Manager Christian Heidel und in der ersten Saison nach dem zuvor fast 30 Jahre amtierenden Präsidenten Harald Strutz hat der Verein seine neue Struktur gefunden. Dabei nutzten die Mainzer ein transparentes und von den Mitgliedern ungewöhnlich aktiv begleitetes Verfahren. Die wählten in einer „historischen Versammlung“ erstmals einen Aufsichtsrat – und einen neuen Präsidenten. Mit Johannes Kaluza gewann – unterstützt von den Ultras – ein Außenseiter. Ihm zur Seite stellte der Aufsichtsrat Rouven Schröder, der im Klub neben seinem Amt als Sportdirektor jetzt auch die Aufgabe als hauptamtlicher Vorstand übernimmt. Auch Schröders Rolle bei Mainz 05 wurde somit gestärkt. „Wir setzen mit der Wahl von Rouven Schröder in den Vorstand ein deutliches Zeichen und stärken seine Position im Verein. So gewinnt er als sportlich Verantwortlicher Handlungsspielraum und -geschwindigkeit für seine wichtigen Entscheidungen“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Detlev Höhne.

Was erwarten die Fans?

In den Überlegungen von Fans anderer Vereine ist Mainz 05 ein Abstiegsplatz meist sicher. Die Fans der Mainzer sehen das natürlich grundsätzlich anders. War die letzte Saison noch so schlecht, wird es in kommenden Saison sicher besser. Optimismus wird in Mainz groß geschrieben und Träumen hat noch niemandem geschadet. Sollte es am Ende dennoch wieder eng werden, wissen alle, was zu tun ist.

Was ist in dieser Saison möglich?

Einfach wird die Saison für die Mainzer nicht. Wieder einmal muss die Mannschaft die Abgänge wichtiger Spieler verkraften. Und mit Hannover 96 und dem VfB Stuttgart sind zwei klassische Erstligisten aufgestiegen. Designierte Auf-und-direkt-wieder-Absteiger gibt es nicht. Andere Kandidaten für die hinteren Plätze? Schwierig. Doch die Mainzer konnten in der Bundesliga schon einige Male bereits überraschen.

Und sonst?

Mainz will zurück zu den Wurzeln. Mit Sandro Schwarz trainiert ein alteingesessener Mainzer die Mannschaft. Ein Mann, der selbst für die Nullfünfer auf dem Platz stand, jahrelang die Jugend trainierte und ähnlich wie Klopp ein Sympathieträger ist. Mit Kaluza ist ein Mann an der Vereinsspitze, der gegen die Kommerzialisierung im Sport wettert und das Herz des Fußballs wieder stärker in den Fokus rücken will. „Die Narrenkappe ist etwas blass geworden“, sagte er in einem Interview mit dem „Merkurist“. Dabei war Mainz doch immer stolz darauf, nur ein Karnevalsverein zu sein.

Die Bundesliga-Saisonvorschau (3) zum Vfl Wolfsburg lesen Sie hier.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben