Bundesliga : Schalkes zweite Reihe rückt vor

Die Interimstrainer Büskens, Mülder und Reck starten mit einem Sieg beim Fc Schalke 04 – ob trotzdem ein neuer Chefcoach kommt, ist nicht mehr gewiss

Jörg Strohschein[Bielefeld]
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Klare Ansprache. Mike Büskens scheint das Ohr der Mannschaft zu haben. Foto: dpa

Mike Büskens war nach dem 2:0 bei Arminia Bielefeld sichtlich darum bemüht, seinen Einfluss herunterzuspielen. „Ich habe nicht viel dazu sagen, es gibt wirklich wichtigere Leute im Verein als mich“, sagte der 41-Jährige. Es ging dabei nicht um die Frage, welche Maßnahmen das Trainertrio aus ihm, Youri Mulder und Oliver Reck für diese Partie angewandt hatten, damit die Fußballprofis des FC Schalke 04 mal wieder die so lange vermisste Leidenschaft an den Tag legten und die Partie durch Treffer von Jefferson Farfan und Kevin Kuranyi für sich entscheiden konnten. Mike Büskens sollte zu seinem Einfluss auf die Planungen zur kommenden Bundesligasaison antworten. „Ich liebe Fußball. Aber ich muss nicht in der ersten Reihe stehen“, sagte er beschwichtigend.

Die Suche nach einem Manager geht in Gelsenkirchen zwar unverändert weiter. Ob aber auch die Suche nach einem Trainer beim FC Schalke 04 forsch weiterbetrieben wird, erscheint nach dem Erfolg in Ostwestfalen nicht mehr so eindeutig wie noch zu Wochenbeginn. Dem Trio unter Führung von Mike Büskens ist es erneut gelungen, den Geist der Schalker Mannschaft innerhalb weniger Tage zu verändern. Vor einem Jahr, als das Trio nach der Entlassung von Mirko Slomka in gleicher Funktion tätig war, gewannen die Schalker mit sichtlich beflügelten Spielern noch 16 von 18 möglichen Punkten und schafften mit diesem Schlussspurt noch den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Die Fortsetzung der erfolgreichen Inszenierung gab es am Freitagabend in Bielefeld zu bestaunen. Und dabei krempelten die Nachfolger Fred Ruttens die in den letzten Wochen auch beim Niederländer übliche Mannschaftsaufstellung noch nicht einmal um.

Ruhe im Verein ist oberste Trainerpflicht

„Dieses Mal war es sicher noch etwas unruhiger als im vergangenen Jahr. Wichtig ist, dass wir jetzt ein bisschen Ruhe in den Klub bekommen“, sagte Büskens. Und Jermaine Jones sprach das aus, was viele in Gelsenkirchen schon länger hoffen. „Sie haben bisher sehr gute Arbeit geleistet. Wenn die Mannschaft funktioniert und Erfolg hat, ist alles möglich“, sagte der Mittelfeldspieler nach der Partie. Dem entgegen steht aber offenbar noch der Wille des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, der in anderen Kategorien denkt und eine namhafte Lösung bevorzugt. Davon zeugen seine jüngsten Verhandlungen mit Oliver Kahn oder auch die Kontaktaufnahme zu Trainer Arsene Wenger vom FC Arsenal London.

Die Anhänger der Schalker zeigten in Bielefeld, was sie von den bisweilen obskuren Findungsversuchen der Vereinsführung in der letzten Zeit halten. „Vorstand und Tönnies – Maul halten“, stand auf einem Plakat in der Gästekurve in großen Buchstaben zu lesen. Die Fans forderten zudem lautstark den Rücktritt von Tönnies. Präsident Josef Schnusenberg verweigerte nach dem Spiel öffentliche Kommentare. „Das Plakat war so deutlich zu sehen, da muss ich mich jetzt auch dran halten“, sagte er.

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