Bundesliga : Spannender als Spanien

Eine Studie belegt, was deutsche Fußball-Fans schon lange wussten: Die Bundesliga zählt zu den attraktivsten Ligen.

Rolf Obertreis

Frankfurt am MainDie relativ gleichmäßige Verteilung der Fernseheinnahmen macht die Bundesliga neben der französischen Liga spannender als die Ligen in England, Spanien und in Italien. Dort konzentrierten sich, so die Unternehmensberatung Ernst & Young in einer neuen Studie über die Lage im Profifußball, die Einnahmen auf wenige Spitzenklubs, die das Geschehen in den Ligen dominieren. Die Bundesliga sei deshalb für Zuschauer und Sponsoren interessanter.

Allerdings droht nach Auffassung von Ernst & Young die Gefahr, dass sich auch in Deutschland die Spitzenklubs finanziell immer weiter von den übrigen Vereinen absetzen. Grund: hohe Einnahmen durch internationale Wettbewerbe. Vor allem die Champions League beschert den etablierten Klubs hohe Einnahmen, die wiederum die Verpflichtung hochwertiger Spieler ermöglichen. Die Uefa sollte deshalb die Verteilung der Prämien reformieren, sagt Ernst-&-Young- Experte Arnd Hovemann.

Bayern München hat seit der Saison 1999/2000 in der Champions League mit rund 210 Millionen Euro so viel eingenommen wie kein anderer Klub in Europa. Bei Manchester United waren es 190, bei Real Madrid 187 Millionen Euro. Bayer Leverkusen kommt auf rund 100 Millionen Euro, Werder Bremen auf 54 und Borussia Dortmund auf rund 46 Millionen Euro. „Die Champions League ist zwar für die Zuschauer sehr attraktiv, sie droht aber, die Intensität des Wettbewerbs innerhalb der nationalen Ligen zu reduzieren“, sagt Hovemann.

Bei den Fernseheinnahmen aber hält sich das Auseinanderdriften in der Bundesliga in Grenzen: Während der Meister maximal 28 Millionen Euro erhält, bekommen die Absteiger knapp 14 Millionen Euro. In Spanien und Italien müssen sich schwächere Vereine mit etwa einem Zehntel der Einnahmen zufrieden geben, die die Spitzenklubs kassieren. Die Folgen, so Hovemann, seien auch sportlich sichtbar. Mit ihrer wirtschaftlichen Lage sind die Bundesligisten trotz einer Verschuldung von 670 Millionen Euro nach Angaben von Ernst & Young derzeit „so zufrieden wie nie“. 60 Prozent der Manager sagen, dass ihr Klub in der Saison 2006/2007 einen Gewinn verbucht hat, knapp 50 Prozent erwarten in der laufenden Saison höhere Einnahmen. Rolf Obertreis

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