Bundesliga : Stuttgart träumt von Europa

Der VfB Stuttgart gewinnt 2:1 gegen Mönchengladbach. Der VfB ist und bleibt die beste Rückrundenmannschaft.

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Nur den Ball im Kopf. Stuttgarts Serdar Tasci überspringt wehenden Haares den Gladbacher Juan Arango. -Foto: dpa

Jens Lehmann ging wie immer, wenn eine Heimreise zur Familie an den Starnberger See ansteht. Der Torwart des VfB Stuttgart hat es dann eilig und geht schnell, was vor allem an Ostern jeder gut verstehen kann. Diesmal lohnte sich sein Tempo noch mehr. Es ging nicht nur um eine kurze Nacht daheim, sondern um zwei lange freie Tage. Die hatte Stuttgarts Trainer Christian Gross für den Fall eines Sieges über Borussia Mönchengladbach in Aussicht gestellt. Allein an Lehmanns Tempo konnte man ablesen, die Sache hatte geklappt. Die Stuttgarter schlugen die Gladbacher 2:1 (0:1).

Als „Sieg des Charakters“ bezeichnete Gross den Erfolg, an den in der ersten Hälfte sicher nicht viele der 42 000 Zuschauer geglaubt hatten. Die erste Viertelstunde kamen die Mönchengladbacher zwar kaum aus der eigenen Hälfte heraus; Pawel Pogrebnjak und Ciprian Marica vergaben die besten VfB-Chancen. Doch ohne die verletzten Alexander Hleb und Mittelfeldmotor Sami Khedira sowie den wegen der fünften Gelben Karte gesperrten Cacau gab der VfB das Spiel danach mehr und mehr aus der Hand. Was Gladbach die Gelegenheit gab, ein schwaches Spiel ausgeglichen zu gestalten. Und sogar in Führung zu gehen: Die Borussen nutzten gleich ihre erste richtige Chance nach einer guten halben Stunde – Marco Reus traf mit einem Flachschuss.

Den Stuttgartern fehlten auch danach weiter Zielstrebigkeit im Spielaufbau und Ordnung im Mittelfeld. Ein Umstand, der vor allem Lehmanns Zorn heraufbeschwor. Der VfB-Torwart schimpfte angesichts der blassen Vorstellung seiner Teamkollegen. Erst nach gut einer Stunde hatte auch er Grund zur Freude. Ciprian Marica erzielte sein siebtes Saisontor. Kurz vor Schluss gelang Zdravko Kuzmanovic mit dem 2:1 sogar noch die Wende. Es sei eine „bockstarke“ zweite Hälfte gewesen, wie sich VfB-Manager Horst Heldt im Überschwang etwas übertrieben ausdrückte. Die Spieler seien teilweise über ihre Grenzen gegangen. „Wir hätten die Räume enger machen müssen, um hier etwas Zählbares mitzunehmen“, sagte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck. „Der VfB ist sehr ins Risiko gegangen und spielt überhaupt eine sehr gute Rückrunde.“

Tatsächlich ist und bleibt der VfB die beste Rückrundenmannschaft. Die Stuttgarter dürfen nach ihrem zwölften Saisonsieg sogar noch vom internationalen Geschäft träumen. Nachdem die Schwaben den Abstiegskampf früh erfolgreich beenden konnten, wäre dies durchaus als Erfolg zu werten. „Leider haben wir es selbst nicht in der Hand, sondern müssen darauf hoffen, dass andere patzen“, sagte Torschütze Kuzmanovic. „Trotzdem sind wir glücklich über den Sieg, weil der Aufwärtstrend weiter anhält.“ Jens Lehmann darf in seiner letzten Saison als Profi also noch auf ein gutes Ende hoffen.

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