Bundesliga : Stuttgart zieht an Bremen vorbei

Nach einem 2:1-Auswärtserfolg in Hannover hat der VfB Stuttgart die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Aachen und Nürnberg trennen sich Unentschieden.

Hannover - Die von Armin Veh trainierte Mannschaft gewann am Sonntag zum Abschluss des 12. Spieltags bei Hannover 96 mit 2:1 (0:1) und hat Werder Bremen durch den siebten Saisonsieg als Spitzenreiter abgelöst. Hannover hingegen konnte nur im ersten Abschnitt an die gezeigte Leistung vom Mittwoch beim Sieg in München (1:0) anknüpfen und ist wieder auf einen Abstiegsrang zurückgefallen.

Rund 28.000 Zuschauer in der AWD-Arena sahen einen nach dem Seitenwechsel bärenstarken Auftritt des VfB, der sich einzig vorwerfen muss, dass Ergebnis nicht höher gestaltet zu haben. Jan Rosenthal (13.) hatte Hannover in Front gebracht, ehe Stuttgart durch Tore von Thomas Hitzlsperger (49.) und Cacau (54.) das Ergebnis drehte.

Bei Hannover begann Frank Fahrenhorst für Bergantin Vinicius in der Innenverteidigung, ansonsten setzte Coach Dieter Hecking auf die Anfangsformation, mit der am Mittwoch überraschend mit 1:0 beim FC Bayern München gewonnen wurde. Veh änderte seine Anfangself im Vergleich zum 2:0-Erfolg gegen den Hamburger SV auf drei Positionen. Für Ricardo Osorio (Muskelfaserriss) rückte Roberto Hilbert auf die rechte Abwehrseite, im Sturm lief Cacau an Stelle von Marco Streller auf und Christian Gentner spielte für Sami Khedira im rechten Mittelfeld.

Von Beginn an wurde deutlich, dass Hannover dem Überraschungs-Coup in München den nächsten Sieg gegen einen Hochkaräter folgen lassen wollte. Engagiert gingen die Niedersachsen in die Zweikämpfe, hatten dann aber Glück, als Mario Gomez (5.) über die linke Seite enteilt knapp am Tor vorbei schoss und wenig später bei einem Foul an Gomez im Strafraum von Hanno Balitsch die Pfeife des Schiedsrichters stumm blieb. Danach übernahmen aber die aggressiven Gastgeber die Initiative und provozierten mit schnellem Passspiel Fehler in der Stuttgarter Hintermannschaft.

Wende nach dem Seitenwechsel

Einen solchen nutzten die Hausherren in der 13. Minute zur Führung, als Michael Tarnat den in den 16er hineinsprintenden Rosenthal bediente und der hart und flach einnetzte. Sieben Minuten später hatte der 20-Jährige den nächsten Treffer auf dem Fuß, zielte mit fulminanter Volleyabnahme aus 18 Metern aber knapp am Tor vorbei. Bis zur Pause blieb Hannover das gefährlichere Team und erspielte sich vor allem nach Flanken des gut aufgelegten Tarnat Möglichkeiten. So hatten die ideenlosen Stuttgarter Glück, nach einem von Jiri Stajner (38.) um Zentimeter am Ziel vorbeigesetzten Kopfball, nicht mit einem höheren Rückstand in die Pause gegangen zu sein.

Nach dem Seitenwechsel begann Hannover aber zu zögerlich und ließ die Gäste kombinieren, was sich prompt rächte. Cacau hatte von rechts geflankt und am zweiten Pfosten Hitzlsperger gefunden, der aus Nahdistanz zu seinem vierten Saisontor einnetzte. Stuttgart setzte nach und verpasste Hannover wenig später den nächsten Nackenschlag, als Gomez Fahrenhorst an der Strafraumgrenze schwindelig spielte, zunächst am Pfosten scheiterte und der nachsetzende Cacau nur noch einschieben brauchte. Jetzt hatte der VfB richtig Spaß am Spiel und stürzte Hannover von einer Verlegenheit in die nächste.

Gomez nicht zu halten

Dabei tat sich wiederholt Gomez hervor, der von seinen Gegenspielern nicht zu halten war. Nachdem Keeper Robert Enke dessen Schuss aus sieben Metern nach vorne prallen ließ, hätte Pavel Pardo (65.) den Vorsprung ausbauen müssen, Fahrenhorst warf sich auf der Torlinie aber erfolgreich in den zu unplatzierten Schuss des Mexikaners aus sieben Metern. Hecking wechselte Vahid Hashemian und Gunnar Heidar Thorvaldsson ein und mit frischem Offensivpotential fand Hannover unverhofft ins Spiel zurück.

In einer turbulenten Schlussphase bot sich vor allem Stajner (79.), der aus acht Metern an Torhüter Timo Hildebrand scheiterte, eine Großchance und im direkten Gegenzug verpasste Gomez freistehend die endgültige Entscheidung. Den unrühmlichen Schlusspunkt unter eine ansonsten sehr überzeugende zweiten Hälfte des VfB setzte Hitzlsperger (90.), der mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde und damit am Samstag im Topspiel beim FC Bayern München fehlen wird.

Remis in Aachen

Der 1. FC Nürnberg hat seine Negativserie am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Die Franken mussten sich in ihrer Sonntagspartie bei Aufsteiger Alemannia Aachen mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Vor 20.800 Zuschauern auf dem Aachener Tivoli brachte Tomas Galasek die Gäste Mitte der ersten Halbzeit mit einem Distanzschuss in Führung (29.). Nach wiederholtem Foulspiel sah Aachens Nico Herzig in der 71. Minute die Gelb-Rote Karte. In Unterzahl gelang Reiner Plaßhenrich in der letzten Spielminute tatsächlich noch der Ausgleich. Damit wartet der "Club" bereits seit zehn Spielen auf einen Sieg. Mit nunmehr 14 Zählern bleibt der FCN vor den punktgleichen Aachenern auf dem 12. Platz.

(tso/ddp)

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