Bundesliga : Takahara trifft dreimal

Eintracht Frankfurt siegt 3:2 bei Alemannia Aachen. Der Japaner Naohiro Takahara kommt immer besser in Spiellaune.

Aachen - Naohiro Takahara hat Eintracht Frankfurt mit seinem ersten Hattrick zum Premieren-Sieg auf dem einst gefürchteten Tivoli geschossen und die Abstiegssorgen bei Alemannia Aachen verschärft. Der Japaner erzielte am Sonntag alle drei Tore (14./43./62. Minute) zum 3:2 (2:1)-Erfolg der Frankfurter und verhalf den Hessen damit zum Sprung auf den achten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Während die Eintracht mit 20 Zählern schon zwei Spieltage vor der Winterpause ihr Soll erfüllt hat, hat für Aachen nach acht Spielen ohne Sieg der Abstiegskampf endgültig begonnen. Die Tore von Nationalspieler Jan Schlaudraff (32.) und Christian Fiel (81.) nützten vor 20 800 Zuschauern in der ausverkauften Heimarena nichts: Als 14. hat der Aufsteiger nur noch ein Minipolster von einem Punkt auf die Abstiegsränge.

"Wir sind in einer schwierigen Situation. Aber ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Wir machen individuelle Fehler und werden dafür bestraft. Wir haben verdient verloren. Wir werden aber weiter hart arbeiten", sagte Aachens Trainer Michael Frontzeck. "Wir werden unsere Punkte schon noch holen. Heute haben wir zu viele Fehler gemacht", gestand auch Aachens enttäuschter Torschütze Fiel.

"Super für mich"

Strahlend präsentierte sich hingegen Takahara: "Gegen Newcastle ist es mir nicht gelungen. Diese drei Tore sind super für mich", sagte der Frankfurter Sieggarant, der drei Tage zuvor beim 0:0 im Uefa-Cup gegen Newcastle United noch viele Chancen vergeben hatte. "Solche Spiele gibt es. Umso besser, dass er heute getroffen hat. Diese drei Punkte waren ganz wichtig für uns. Wir haben es heute Gott sei Dank geschafft", sagte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel.

Funkel setzte das Frankfurter Rotationsprinzip fort und veränderte sein Team im Vergleich zum Newcastle-Spiel auf vier Positionen. Zudem musste der Coach nach dem Bänderriss von Geburtstagskind Ioannis Amanatidis auch das System verändern und überraschte mit einem taktischen Kniff: Takahara, der einzige verbliebene gesunde Stürmer, spielte vor drei Dreier-Ketten. Mit seinen Saisontoren Nummer vier bis sechs wurde der Asiate wie schon bei den drei vorangegangenen Saisonerfolgen der Eintracht zum Matchwinner.

Eintracht abgeklärt

Bei Aachen kam Marius Ebbers im Angriff neben Schlaudraff für den verletzten Sascha Rösler zum Einsatz. Die Aachener Offensivbemühungen wirkten in den ersten Minuten auch gefährlicher. Eine Torchance erspielte sich die Alemannia aber nicht. Dafür schlug die Eintracht zu. Den ersten Konter schloss Takahara nach Vorarbeit von Alexander Meier erfolgreich ab. Die Eintracht spielte abgeklärt, verpasste aber, durch Takahara (29.) und Albert Streit (31.) das zweite Tor.

Die Strafe für die Nachlässigkeit ließ nicht auf sich warten. Nach einer Ecke hielt Eintracht-Torwart Markus Pröll einen Kopfball von Fiel, doch Schlaudraff staubte zu seinem sechsten Saisontor ab. Kurz darauf verhinderte Pröll (37.) mit einer tollen Parade bei einem Schuss von Sergio Pinto die Alemannia-Führung. Stattdessen war im nun niederprasselnden Regen Takahara wieder zur Stelle und besorgte nach einem Stellungsfehler von Moses Sichone die verdiente Halbzeitführung der Gäste.

Frontzeck brachte zur zweiten Halbzeit Sascha Dum und Laurentiu Reghecampf für Reiner Plaßhenrich und Sichone. Die Hausherren bemühten sich um mehr Offensivaktionen, konnten die erste Bundesliga- Heimniederlage gegen Frankfurt aber nicht mehr verhindern. Takahara (62.) legte einen weiteren Treffer nach und Meier (64.) hätte per Kopfball fast noch erhöht. In einer hektischen Schlussphase gelang durch Fiel nur noch der Anschlusstreffer. (Von Ulli Brünger, dpa)

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