Bundesliga-Ticketbörse : Schalke kündigt Vertrag mit Viagogo

Der Vertrag mit der Ticketbörse war bei den Fans stets umstritten - nun hat Schalke nach gerade einmal neun Tagen den Vertrag mit viagogo gekündigt. Der Traditionsclub begründet dieses Schritt mit nicht eingehaltenen Regelungen. Viagogo zeigt sich überrascht.

ViaNOgo. Die Fans des FC Schalke protestierten auf der Jahreshauptversammlung gegen die Ticketbörse - und setzten sich letztlich durch.
ViaNOgo. Die Fans des FC Schalke protestierten auf der Jahreshauptversammlung gegen die Ticketbörse - und setzten sich letztlich...Foto: dpa

Schalke 04 hat seinen erst seit dem 1. Juli geltenden Vertrag mit der Ticketbörse viagogo mit sofortiger Wirkung gekündigt und verzichtet damit auf 3,6 Millionen Euro. Die Kündigung, die der Fußball-Bundesligist am Dienstag verbreitete, stieß bei dem bisherigen Partner auf Erstaunen. Es hieß, man sei „sehr überrascht“.

In einer Mitteilung ließ das Unternehmen wissen, dass es „alle Aspekte unseres Vertrags“ erfüllt habe. „Die Entscheidung ist für uns, für den Club und vor allem für die Fans sehr bedauerlich, da der Club von dem Sponsoring stark profitiert hätte“, hieß es in dem Statement weiter.

Die Schalker nannten nur wenige Details zu der Kündigung. Der Verein hatte nach eigenen Angaben „unmissverständlich feste Spielregeln“ für die Partnerschaft definiert. Jedoch habe viagogo vertragliche Regelungen trotz mehrfacher Aufforderungen „von Beginn an nicht eingehalten“. Nach erfolglosen Abmahnungen erfolgte nun die fristlose Kündigung.

„Der Vorstand des FC Schalke 04 hat seinen Vereinsmitgliedern auf der Jahreshauptversammlung sein Wort gegeben, genau zu prüfen, ob die Vertragsinhalte umgesetzt werden. Wir haben unser Wort gehalten“, wurde Schalkes Marketingvorstand Alexander Jobst auf der Vereinshomepage zitiert. Fans hatten gegen die Vereinbarung protestiert. Der Schalker Aufsichtsrat trägt die Entscheidung mit: „Verträge sind dazu da, um eingehalten zu werden - das gilt immer für beide Vertragspartner“, bekräftigte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies.

„Viagogo hat durch sein Verhalten gezeigt, dass ihnen dazu der Wille fehlt.“ Nahezu einhundert der weltweit größten Namen aus dem Sport- und Unterhaltungsbereich hätten sich mit viagogo zur Kontrolle und Kanalisierung des Wiederverkaufs ihrer Tickets zusammengetan, lautet es in einer Erläuterung des Unternehmens zu dessen Partnern.

Auf der Firmen-Internetseite nennt die Ticketbörse aus dem Bereich des deutschen Fußballs unter anderem die Bundesligisten Bayern München, VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg, Hannover 96, 1. FC Nürnberg, FC Augsburg und 1899 Hoffenheim als Geschäftspartner. Im internationalen Fußballgeschehen werden aus England unter anderem Manchester City, FC Chelsea, Aston Villa oder Queens Park Rangers als Kooperationsunternehmen aufgeführt. In Frankreich ist es zum Beispiel Paris St. Germain, in Spanien gehören laut Firmenhomepage Atletico Madrid, der FC Sevilla oder der FC Valencia dazu.

Der Vertrag zwischen Schalke und viagogo hatte auf der Mitgliederversammlung des Bundesligisten Ende Juni für heftige Missstimmung gesorgt. Vertragsbestandteil war, dass das Internetportal drei Jahre lang jeweils 3000 Karten für die Schalker Heimspiele bekommen sollte. Diese hätte das Unternehmen mit maximal 100 Prozent Aufschlag weiterveräußern dürfen.

Die Fan-Initiative „viaNOgo“ hatte den Schalkern eine Legalisierung des Schwarzmarkts vorgeworfen und von „Abzocke“ gesprochen. Marketingvorstand Jobst hatte die Vereinbarung als „wirtschaftlich attraktiven Sponsorenvertrag“ bezeichnet, aber unmittelbar versprochen, „genauestens darauf zu schauen, ob die Regeln des Vertrags eingehalten werden“. „Mal eben auf 3,6 Millionen Euro zu verzichten - nun gut, so dicke hat es der FC Schalke 04 nun auch nicht“, hatte Jobst damals hinzugefügt.

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