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Bundesliga-Trainer : Peter Knäbel übernimmt beim HSV für Josef Zinnbauer

Nach den Niederlagen von Hannover 96 und dem Hamburger SV wurde über die Zukunft der Trainer diskutiert: Josef Zinnbauer wird beim HSV von Sportdirektor Peter Knäbel ersetzt, Tayfun Korkut darf bei 96 vorerst bleiben.

Zukunft und Vergangenheit: Sportdirektor Peter Knäbel (l.) übernimmt beim HSV nach der Niederlage gegen Hertha BSC, ob Josef Zinnbauer zu der U23 des Vereins zurückkehrt ist noch nicht abschließend geklärt.
Zukunft und Vergangenheit: Sportdirektor Peter Knäbel (l.) übernimmt beim HSV nach der Niederlage gegen Hertha BSC, ob Josef...Foto: dpa

Krisengespräche in Hannover, Entscheidung in Hamburg: Nach neuerlicher Niederlage seines Teams am 26. Spieltag ist Josef Zinnbauer beim Hamburger SV von seinem Amt entbunden worden, Sportdirektor Peter Knäbel übernimmt seinen Posten bis zum Saisonende. "Wir sind überzeugt, dass es in dieser Situation die beste Option für uns ist. Peter (Knäbel) kennt die Mannschaft und die Umstände am besten und ist in der Lage, sofort zu handeln", sagte Klubchef Dietmar Beiersdorfer zu der Entscheidung.

Auch bei Hannover 96 wird darüber nachgedacht, ob der Saisonendspurt nach der Länderspielpause mit einem neuen Fußball-Lehrer angegangen werden soll. „Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist: Sind wir der Überzeugung, dass wir mit dem Trainer den Abstieg vermeiden“, kommentierte Hannovers Manager Dirk Dufner vielsagend. Am Sonntag sprach auch in Hannover manches für ein Ende der Zusammenarbeit, schließlich rangiert Hannover nach zuletzt zehn Spielen ohne Sieg in der Rückrunden-Tabelle auf dem letzten Rang. Nach dem 2:3 gegen Borussia Dortmund liegt der Relegationsplatz 16 nur noch zwei Punkte entfernt. Wirklich kämpferisch klang der Coach nach dem Rückschlag nicht: „Wir müssen schauen, was wir verändern können, um die Ergebnisse zu erreichen."

Peter Knäbel ersetzt Josef Zinnbauer beim Hamburger SV

Mittlerweile ist in Hamburg eine Entscheidung in der Trainerfrage gefallen. Im Anschluss an das 0:1 im Kellerderby gegen Hertha BSC blieb Peter Knäbel noch ein klares Bekenntnis für Zinnbauer schuldig: „Wir werden in den nächsten Tagen alles analysieren und uns auf die acht Spiele ausrichten“, sagte der Sportdirektor, „das wollten wir in der Länderspielpause ohnehin tun, nur nicht unbedingt mit diesem Druck.“ Nach einer Krisensitzung der Klubführung gab der HSV am Sonntagabend dann das Aus für den 44-Jährigen nach nur gut sechs Monaten als Coach der HSV-Profis bekannt. Einem Bericht auf ndr.de zu Folge soll Zinnbauer zuvor das Angebot erhalten haben, wieder die in der Fußball-Regionalliga Nord spielende U 23 des HSV zu übernehmen. Diesen Posten hatte der 44-Jährige inne, ehe er am 16. September vorigen Jahres die Nachfolge von Mirko Slomka antrat.

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In den Medien wurde zuvor bereits über mögliche Zinnbauer-Nachfolger spekuliert. Als Helfer in der Not waren der ehemalige Aufsichtsrat Thomas von Heesen und der frühere HSV-Profi und -Coach Bruno Labbadia im Gespräch. Labbadia stand allerdings als „Feuerwehrmann“ nicht zur Verfügung. Und von der Verpflichtung von Ex-Nationalspieler Thomas von Heesen, der 1983 mit dem HSV den Europapokal der Landesmeister gewonnen hat, sollen nicht alle Verantwortlichen überzeugt gewesen sein, hieß es. Daher übernimmt nun Peter Knäbel, der Direktor Profifußball, bis zum Saisonende das Traineramt beim Tabellen-Drittletzten.

Tayfun Korkut bleibt vorläufig Trainer bei Hannover 96

Hannover 96 hat am Sonntag in einer Pressemitteilung bekannt, dass Tayfun Korkut vorläufig Trainer bleibt. „Als Ergebnis des Gespräches hat Tayfun Korkut das Vertrauen der Verantwortlichen“, hieß es in einer Mitteilung. Kind war von dem Auftritt der Mannschaft gegen den BVB trotz des Ergebnisses angetan. „Wenn man das Spiel betrachtet, kann man mutig sein. Die Mannschaft will“, sagte der 96-Boss, das Team sei gegen
Dortmund „unglaublich energisch aufgetreten“. Aber auch Kind fragte sich, „warum uns das nicht über die gesamte Spielzeit gelungen ist oder in allen Spielen.“

Um diese Frage ging es bei dem Krisengespräch zwischen Kind, Korkut und Dufner. „Der Austausch war offen, kritisch und konstruktiv“, hieß es in einer Mitteilung über die Analyse am Sonntagnachmittag. Korkut habe „das Vertrauen der Verantwortlichen“. Dennoch bleibt der Fußball-Lehrer beim abgestürzten Fußball-Bundesligisten angesichts des Absturzes in der Rückrunde ein Trainer auf Abruf. Kind fiel eine Entscheidung schwer, weil er neben dem Coach auch längst den Manager infrage stellt. Auf Dufner angesprochen hatte der Clubchef noch am Morgen erklärt, dass das Gespräch „die Gesamtsituation“ betreffe: „Da geht es dann auch um die Bewertung der Transfers.“

Entwarnung für Huub Stevens beim VfB Stuttgart nach 3:1-Sieg gegen Frankfurt

Weniger intensiv als in Hannover und Hamburg wurde diesmal beim VfB Stuttgart über die Zukunft des Trainers diskutiert. Schließlich gelang beim 3:1 über Frankfurt der erste Sieg seit mehr als drei Monaten. Nach dem Schlusspfiff nahm VfB-Sportvorstand Robin Dutt den zuletzt kritisierten Coach Huub Stevens demonstrativ in den Arm. „Wir haben heute 50 000 Brocken fallen hören“, meinte Dutt, „man sieht das ein oder andere Lächeln mehr.“ Mit dem glücklichen Erfolg stellte das Schlusslicht bei nur zwei Punkten Rückstand immerhin wieder Kontakt zu Tabellenplatz 15 her.

Nicht nur dem VfB, sondern auch dem SC Freiburg gelang der erhoffte Befreiungsschlag. „Morgen und übermorgen können wir alles ruhiger angehen und tief durchatmen“, sagte Trainer Christian Streich nach dem 2:0 über Augsburg. Erstmals seit dem 19. Spieltag rangiert der Hinrundenletzte nicht auf einem Abstiegsplatz.

Anders als im Titel-Rennen bleibt es im Kampf um den Klassenverbleib spannend. Vor der Länderspielpause rückten die Teams im Tabellenkeller noch enger zusammen. So gab der SC Paderborn beim 0:0 gegen Hoffenheim zwar ein Lebenszeichen von sich, rutschte aber erstmals seit seinem Bundesliga-Aufstieg auf einen direkten Abstiegsplatz ab. „Endlich mal wieder ein Spiel, in dem man sieht, dass Paderborn noch nicht tot ist - und dann gewinnen die anderen auch noch“, klagte Einwechselspieler Süleyman Koc beim Blick auf die anderen Ergebnisse des Wochenendes. (dpa)

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