Bundesliga : Trainerdiskussion überschattet Gipfel

Obwohl es am Wochenende zum vorgezogenen Finale zwischen Bremen und Schalke kommt, werden alle Augen auf den neuen Trainern liegen. Fraglich bleibt, ob Huub Stevens am Samstag auf der HSV-Bank im Berliner Olympiastadion Platz nehmen wird.

Düsseldorf - Der Kampf um die Tabellenspitze zwischen Werder Bremen und dem FC Schalke 04 steht im Mittelpunkt des 20. Spieltages der Fußball-Bundesliga - noch mehr Beachtung dürften aber die Trainer finden. Am Tag nach der Rückkehr von Ottmar Hitzfeld auf die Bank des FC Bayern soll Debütant Jos Luhukay nach der Demission von Jupp Heynckes Borussia Mönchengladbach ebenso aus dem Tabellenkeller führen wie der neue Chefcoach des Schlusslichts Hamburger SV. Nach der Absage von Felix Magath konnten die Hanseaten Stunden vor dem Gastspiel bei Hertha BSC am Samstag offenbar eine Einigung mit Huub Stevens erzielen.

"Es könnte schon ein kleines Finale sein. Eine Vorentscheidung im Titelkampf fällt aber noch nicht", meinte Schalkes-Torjäger Kevin Kuranyi, der sich am Sonntag beim Gipfeltreffen mit Stürmer-Rivalen Miroslav Klose messen lassen muss. Während die Bremer bei Bayer 04 Leverkusen (2:0) wie der Meister von Morgen spielten und sechs Siege hintereinander schafften, taten sich die "Königsblauen" gegen Alemannia Aachen sehr schwer. "Wir müssen uns steigern, freuen uns auf das Kräftemessen und haben viel Selbstvertrauen", sagte Schalke-Coach Mirko Slomka, der zehn Partien ohne Niederlage als Entree vorweisen kann.

"Wenn es schief geht, bleiben wir Zweiter"

Großes Vertrauen in die eigene Stärke hat Bremens Sportdirektor Klaus Allofs. "Man muss schon sehr gut spielen, um uns zu schlagen", sagte er. Einig ist man sich an der Weser und im Revier, dass eine Niederlage nicht das Ende der Titel-Träume ist. "Ein Vorteil ist, dass wir uns von den restlichen Mannschaften abgesetzt haben", meinte Schalkes Mittelfeldspieler Zlatan Bajramovic. "Wenn wir gewinnen, werden wir Erster. Wenn es schief geht, bleiben wir Zweiter."

Ganz andere Sorgen haben der HSV und Borussia Mönchengladbach, die mit neuem Personal auf der Bank Aufwind erhoffen. "Ich bin nicht nervös", sagte Jos Luhukay vor dem Einstand bei Arminia Bielefeld. Der 37-jährige Niederländer erwartet von seinen Spielern "eine Siegermentalität", die nach zwölf Bundesligaspielen ohne Erfolg verschüttet scheint. Ein Sieg auf der Alm wäre für ihn die beste Referenz für eine Festanstellung. Für Kollege Thomas von Heesen ist die Partie ebenso ein Schlüsselspiel: "Es ist ein Zehn-Punkte-Spiel, weil wir mit einem Sieg zehn Punkte vor Gladbach liegen könnten."

Stevens vor Rückkehr in die Bundesliga

Vor einer Rückkehr in die Bundesliga steht nach dreijähriger Pause sein Landsmann Huub Stevens, mit dem der HSV bis wenige Stunden vor dem Auftritt in Berlin über die Nachfolge von Thomas Doll verhandelte. Das Abschlusstraining am Freitag leitete noch Regionalliga-Trainer Karsten Bäron. "Wir müssen jetzt eine Serie starten", hofft HSV-Mittelfeldspieler David Jarolim, den freien Fall mit neuem Trainer und den zuletzt gesperrten Star Rafael van der Vaart zu stoppen. Hertha BSC will die Scharte nach dem 0:5-Betriebsunfall in Hannover auswetzen. "Es besteht kein Grund, an irgendetwas zu zweifeln", mahnte Manager Dieter Hoeneß zur Ruhe.

Zweifel über den sportlichen Standort keimen weiter bei Borussia Dortmund nach einem 3:2-Sieg gegen den FC Bayern und der jüngsten 0:1-Schlappe in Mainz. "Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, auf die Konkurrenz zu schauen. Wir müssen gute Spiele abliefern", übte Nationalspieler Christoph Metzelder vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart Selbstkritik. Für VfB-Coach Armin Veh ist die Partie richtungweisend: "Wenn wir die weghalten könnten, wäre das ein großer Schritt für uns."

Mainz will in Frankfurt punkten

Fortsetzen will Mainz 05 die "Mission possible" und sich gegen Eintracht Frankfurt weiter dem Abstiegssog entziehen. "Es geht hier nicht um die Rhein-Main-Meisterschaft, sondern um drei Punkte", sagte 05-Trainer Jürgen Klopp vor dem brisanten Duell. Beim Tabellen-Zwölften würde nach einer Niederlage die Sorge um den Klassenverbleib wachsen.

Dies gilt auch für den VfL Wolfsburg, der den Uefa-Cup-Aspiranten Bayer 04 Leverkusen erwartet. "Meine Spieler kennen die Tabelle und wissen, was zu tun ist", sagte VfL-Coach Klaus Augenthaler vor dem Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Club. Sein Nachfolger im Traineramt am Rhein, Michael Skibbe, fährt ungern in den Norden: "Wolfsburg liegt uns nicht sonderlich." Etwas mulmig ist auch Dieter Hecking, für den es erstmals nach dem Wechsel zu Hannover 96 ein Wiedersehen mit Alemannia Aachen gibt. "Ich bin nicht so kaltherzig, dass mich das nicht berührt", sagte er. (tso/dpa)

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