Bundesliga-Transfers : Werder lässt "überhitzten Markt" abkühlen

Während Bayern München auf große Einkaufstour gegangen ist, hat Werder Bremen bislang auf Neuverpflichtungen verzichtet. Das soll allerdings nicht so bleiben.

Michael Rossmann[dpa]
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Sportliche Führung: Werders Manager Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf. -Foto: ddp

BremenTrotz der Millionen-Einnahmen aus den Europapokal-Wettbewerben und dem Klose-Transfer ist Werder Bremen ohne einen Transfer in die Saisonvorbereitung gestartet. "Der Markt ist überhitzt, deshalb müssen wir ihn abkühlen lassen", sagte Manager Klaus Allofs vor der Abreise in das Trainingslager auf Norderney. Gleichwohl machte Allofs deutlich, dass die Personalplanungen des Fußball-Bundesligisten noch längst nicht abgeschlossen sind: "Wir schauen weiter in allen Mannschaftsteilen." Priorität hat nach dem Wechsel von Miroslav Klose zum FC Bayern München natürlich die Suche nach einem Stürmer.

"Mit Miro haben wir eine Qualität verloren, die in seiner Art nicht zu ersetzen ist", sagte Trainer Thomas Schaaf und erklärte mit Blick auf den Transfermarkt: "Wir werden diese Qualität so nicht finden. Vielleicht könne wir einen Spieler holen, der seiner Qualität nahe ist." Zu den Saisonzielen wollten sich Schaaf und Allofs beim Trainingsstart nach der Sommerpause nur vorsichtig äußern. "Wir wollen natürlich alles gewinnen, aber erst, wenn der Kader endgültig zusammen ist, können wir konkreter werden", sagte Allofs.

Genügend Geld ist da

Am fehlenden Geld liegt die Zurückhaltung der Bremer kaum. In der Champions League und im Uefa-Pokal kassierte Werder insgesamt mehr als 20 Millionen Euro, und der erfolgreich hinausgezögerte Wechsel von Klose spülte noch einmal bis zu 15 Millionen Euro in die Kasse. Doch die Hanseaten bleiben bei ihrer kühlen Kalkulation, wollen weiterhin günstig einkaufen und - wenn notwendig - teuer weiterverkaufen.

"Es ist schwer, gute Leute zu vernünftigen Preisen zu bekommen", sagte Allofs, der Werder mit dieser Strategie zu einem finanziell gesunden Topclub gemacht hat. Der Manager will keine mittelmäßigen Spieler kaufen, um die Fans zu befriedigen, oder "weil die Bayern viel Geld ausgegeben haben". Ob und wann Ivan Klasnic nach seiner Nierentransplantation wieder spielen kann, ist völlig offen.

Wie schwer das Transfergeschäft auch für einen Club wie Werder ist, zeigt das Beispiel Carlos Alberto. Der brasilianische Mittelfeldspieler, an dem auch der HSV interessiert ist, ist erster Kandidat. "Wir haben die Hoffnung, dass er schnell zu uns kommt", sagte Allofs. "Aber das hoffen andere auch."

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