Bundesliga-TV-Rechte : Rummenigge für Erhalt der Sportschau

Karl-Heinz Rummenigge hat sich klar zur Sportschau um 18.30 Uhr bekannt. Dem Pay-TV-Sender Premiere passt diese Haltung gar nicht.

Rummenigge
Freund der Sportschau: Karl-Heinz Rummenigge -Foto: ddp

MünchenIm Tauziehen um die Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga hat sich der Vorstandschef des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, klar für einen Erhalt der ARD-Sportschau am Samstagabend um 18.30 Uhr ausgesprochen. Seit der Einigung der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit dem einstigen Medienmogul Leo Kirch gebe es "gar keinen Grund mehr, die Sportschau um 18.30 Uhr abzuschaffen", sagte Rummenigge auf den Medientagen in München.

Damit stellte er sich gegen die Ziele des Bezahlsenders Premiere, der eine Verschiebung der Sportschau auf einen deutlich späteren Sendeplatz anstrebt und dafür im Bieterwettbewerb für 2009/2010 auch mehr Geld auf den Tisch legen würde. Die DFL hat die Vermarktung der Bundesliga für sechs Jahre von 2009 bis 2015 in die Hände Kirchs gelegt, der der Liga dafür insgesamt drei Milliarden Euro zahlen will. Premiere sieht die Entscheidung kritisch, auch weil Kirch im Pay-TV fertig produzierte Livesendungen anbieten will.

"Fußball ist Herzkammer von Premiere"

"In der Tat ist das etwas, womit wir uns nicht anfreunden können", sagte Premiere-Sport-Vorstand Carsten Schmidt. "Fußball ist eine der Herzkammern von Premiere, auch in der Wahrnehmung unserer Zuschauer." In dem Bieterprozess, der nach Erwartungen des Abosenders im April kommenden Jahres beginnen wird, werde Premiere "sehr flexibel und variantenreich bieten", ergänzte Schmidt.

Nach den Worten Rummenigges entspräche der Erhalt einer zeitnah nach dem Spielende der Bundesliga-Begegnungen ausgestrahlten Sportschau auch dem Wunsch der Sponsoren, die sich erst kürzlich zu der Interessengruppe S20 zusammengeschlossen hatten. Eine erste Hörung der Sponsoren von Bayern München habe ergeben, dass sie "extrem daran interessiert" seien, an einer Sportschau zur derzeitigen Sendezeit um 18.30 Uhr festzuhalten.

Aus Sicht des Leiters der Programmgruppe Sport Fernsehen des Westdeutschen Rundfunks, Steffen Simon, ist es derzeit noch zu früh, über konkrete Summen zu spekulieren, die für die Bundesliga-Rechte gezahlt werden müssen. Die Konditionen des Bieterverfahrens stünden noch nicht fest, sagte Simon. Das Engagement der ARD werde aber nicht unbegrenzt sein, machte er deutlich: "Es gibt ein natürliches Ende". (mit dpa)

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