Bundesliga : Viel Aufwand und kein Ertrag

Während die Werder Bremen Arminia Bielefeld im Hinspiel noch demontierte, reicht es im Rückspiel nur zu einem mageren 1:1. Die Grün-Weißen finden einfach nicht aus der Krise.

Frank Hellmann
diego
In Kritik geraten: Stürmer Diego. -Foto: ddp

Bielefeld - Bevor die Rückreise nach Bremen losging, saß Klaus Allofs enttäuscht im Mannschaftsbus. „Wenn man so spielt, braucht man sich über die Champions League nicht zu unterhalten. Ich bin angesäuert, wenn wir unser Potenzial nicht abrufen“, sagte der Sportchef von Werder Bremen. In der Tat: Bei Arminia Bielefeld, von Werder im Hinspiel mit 8:1 auseinander gespielt, erkämpfte sich Bremen gerade einmal ein leistungsgerechtes 1:1, das den dramatischen Formverlust ausdrückt. Die Rückrundentabelle weist Bremen eher als Abstiegskandidaten denn als Titelanwärter aus; der Rückstand zum FC Bayern wuchs von null auf neun Punkte und nun ist auch der Fünfte Schalke punktgleich, der VfB Stuttgart bedrohlich nahe.

„Wir wollen den zweiten Platz sichern“, sagte hingegen trotzig Torsten Frings, der nach fünf Monaten Verletzungspause zum ersten Mal wieder dabei war. Spritzigkeit und Beweglichkeit fehlen ihm noch, Unerschrockenheit und Unerbittlichkeit im Zweikampf ebenso.

Frings konnte seinem Team nicht wesentlich helfen. Trotz 72 Prozent Ballbesitzes kreierten die Bremer viel zu wenige Chancen und hätte nicht Petr Gabriel den eingewechselten Ivan Klasnic umgerissen, dann hätte Diego per Foulelfmeter womöglich nicht die von einem erneuten Fehler von Torwart Tim Wiese begünstigte Bielefelder Führung durch Oliver Kirch egalisiert. „Das ist zu wenig Ertrag für unseren Aufwand“, jammerte Trainer Thomas Schaaf, der von zwei verlorenen Punkten und uncleverem Verhalten sprach. So geht die Leier des Fußball-Lehrers seit Wochen, ja Monaten.

Hinzu kommt Werders Dauerthema Diego. In Bielefeld wiederholte sich das, was sich vor drei Wochen in Frankfurt abspielte: Etliche Fouls und schnelle Faller Diegos mündeten in wüste Schmähungen des Publikums und heftige Vorwürfe der Bielefelder. „Bei Diego wird zu schnell gepfiffen“, lästerte etwa Markus Bollmann. An Werders Nummer zehn prallte all das indes ab. „Niemand wird gern ausgepfiffen. Ich mache mir aber erst Sorgen, wenn das die eigenen Fans tun“, erklärte Diego. Ob ihn die Vorwürfe wegen der vorgeblichen Fallsucht nicht treffen würden? Nein, antwortete der Brasilianer, „ich liebe es, in der Bundesliga zu spielen“. Dabei lächelte der 23-Jährige wie ein Schuljunge, der seinen Lehrer gerade rotzfrech angelogen hat. Frank Hellmann

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