Bundesliga-Vorschau, Teil 4 : FC Augsburg: Schon fast ein Bundesligist

Am 9. August startet die Fußball-Bundesliga in ihre 51. Saison. In unserer Serie testen wir Stärken, Schwächen und Vorlieben der Vereine. In der vierten Folge blicken wir auf Augsburg.

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Manager Stefan Reuter (l.) und Trainer Markus Weinzierl wollen den FC Augsburg in der Bundesliga weiter etablieren.
Manager Stefan Reuter (l.) und Trainer Markus Weinzierl wollen den FC Augsburg in der Bundesliga weiter etablieren.Foto: dpa

Was hat sich verbessert?

Nicht viel, der FC Augsburg hat ein weiteres Bundesligajahr Erfahrung gesammelt. Wem das als FCA-Fan zu wenig ist, der muss damit leben. Der Klub hat 24 Punkte in der Rückrunde geholt und wieder gespürt, wie viel Kraft er aufbringen kann, wenn Motivation und Zusammenhalt stimmen. Der aus Stuttgart ausgeliehene Raphael Holzhauser (ein Spezialist für Ecken und Freistöße) hat nach wenigen Tagen bemerkt: Hier zählt vor allem das Kollektiv. Dass neben Holzhauser auch der Routinier Halil Altintop kam, hat die Qualität des Kaders im Bereich Mittelfeld gestärkt. Zusammen mit Aufsteiger Eintracht Braunschweig (hier in der Bundesliga-Vorschau) haben die Augsburger den geringsten Etat der Liga.

Wer sind die Stars?

Sascha Mölders liegt ganz vorne. Fast verliebt sind die Augsburger Fans in den Mann, der bis zum Umfallen rackert, allerdings nicht immer trifft, trotz der zehn Tore vergangene Saison. Er passt trotzdem: Sein Markenzeichen, alles rein hauen, was die Muskeln her geben. Alexander Manninger hat sich zwar verletzt, der Torwart kann erst im September eingreifen. Manninger erlebt im familiären Umfeld des FCA mit 36 Jahren seinen x-ten Frühling. Hinter dem Österreicher kommen in der Beliebtheitsskala noch der kantige Kapitän Paul Verhaegh und Flügelrenner Daniel Baier. Altintop soll zumindest zum Führungsspieler aufgebaut werden.

Wer hat das Sagen?

Seit Weltmeister Stefan Reuter seinen Job als Manager antrat, hat der FCA im Bereich der Entscheider spürbar an Balance gewonnen. Reuter ist der starke Mann. Trainer Markus Weinzierl hat ebenfalls an Profil gewonnen durch die vergangene Saison, als der FCA nach einem Katastrophenstart eine bemerkenswerte Aufholjagd hinlegte. Das Verhältnis der beiden Entscheider darf als sehr gesund bezeichnet werden.

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Was erwarten die Fans?

Keinen so gruseligen Start mehr wie in der vergangenen Saison. Zur Winterpause stand der FCA mit 9 Punkten (in Worten neun) auf Rang 17. Am Ende waren es 33 Zähler. Nur nochmal sollte man sich den Nervenkitzel nicht zutrauen. Für die Augsburger Fans steht im dritten Bundesligajahr fest: Der FCA soll weiter in der Ersten Liga spielen. Sie wollen diesmal aber Kampf und Leidenschaft von Anfang an – und vielleicht ein paar mehr Tore. Nur Absteiger Fürth schoss mit 26 Toren vergangene Spielzeit weniger als die Augsburger: 33.

Was ist in dieser Saison möglich?

Der FCA zählt zu den Klubs, die wohl lange gegen den Abstieg kämpfen werden. Knapp über den Abstiegsrängen, das fände auch Coach Weinzierl völlig in Ordnung. „Was außer dem Klassenerhalt sollte unser Ziel sein?“, antwortet Manager Reuter. Zwar sagt er über den Neuzugang Halil Altintop: „Er denkt wie ein Stürmer.“ Trotzdem wird weiter nach einem Angreifer gesucht, nachdem Augsburg aus finanziellen Gründen die Südkoreaner Dong-Wong Ji und Ja-Cheol Koo nicht halten konnte. Bezahlbar und einigermaßen treffsicher.

Und sonst?

Wird demnächst ein Nachwuchszentrum gebaut. Im März 2014 soll es fertig gestellt sein. Kostenpunkt 2,8 Millionen Euro. Die Augsburger verbessern damit ihre Infrastruktur. Das war und ist dringend nötig. In der Nachwuchsförderung galt man zuletzt nicht mehr in jedem Punkt als zeitgemäß. Für diese Saison kommt der Bau sicher etwas zu spät, man kann es auf dem Weg zum etablierten Bundesligaklub als aufmunterndes Signal verstehen.


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