Sport : Bundesligist schlägt Hilfsangebot der Stadt aus

Die Skandal-Chronik der launischen Diva vom Main ist um ein weiteres Kapitel reicher. Am Freitag brüskierte Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt alle Politiker der Stadt über die Parteigrenzen hinweg und schlug das Hilfsangebot bei der finanziellen Sanierung ohne großen Kommentar aus. Angeblich hat der hoch verschuldete Traditionsverein einen Partner gefunden, der die gut 14 Millionen Mark Altschulden vor dem am 15. März beginnenden Lizenzierungsverfahren ohne Verknüpfung mit dem Stadionneubau tilgen will.

Als Folge musste das eng damit gekoppelte Ausschreibungs-Verfahren für das Waldstadion wieder gekippt und die Entscheidung über den Bau einer Fußball-Arena um mindestens ein Jahr vertagt werden. Die Magistratssitzung am Freitag war vergebens einberufen worden. Die Wogen der Empörung schlugen hoch. Einer Vertragsunterzeichnung mit der amerikanischen Sportmarketing-Firma IMG und dessen Partner, dem Baukonzern Hochtief, stand eigentlich nichts mehr im Wege. Die Eintracht mit Schatzmeister Rainer Leben an der Spitze hat sogar schon eine Unterschrift unter eine Rahmen-Vereinbarung mit Eckdaten geleistet, die nun nichts mehr wert ist.

"Es gab im Magistrat schon einige Irritationen, um es vorsichtig auszudrücken", sagte Bürgermeister Joachim Vandreike (SPD). "Das ist eine Art und Weise des Umgangs, die im hohen Maße problematisch ist." Und der Sportausschuss-Vorsitzende Hans Busch von der SPD sagte: "Das ist ein starkes Stück."

Bei der Eintracht war sich am Freitag niemand im Klaren, welcher Flurschaden durch den Alleingang angerichtet worden ist. Vom Präsidium, in dem nach dem Rücktritt von Rolf Heller die Spitze fehlt, war niemand zur Stellungnahme bereit. Eine Mitteilung ließ alle Fragen offen. Lediglich Pressesprecherin Katja Kraus gab ein wenig mehr Auskunft und sprach von besseren finanziellen Konditionen. Angeblich bewertet der Klub das Angebot von IMG als Knebelvertrag. Die Zukunft des Stadions ist nun wieder völlig offen. Um mindestens ein Jahr wird sich ein möglicher Baubeginn verzögern, nachdem zuvor ein erstes Spiel im neuen Stadion schon Ende 2003 möglich schien.

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