Bunte Accessoires : Heilung per Tape

So genannte Kinesio-Tapes sollen bei Muskelverletzungen helfen. Die Farbe der Streifen spielt dabei allerdings keine Rolle.

Martin Gropp
Peking 2008 - Beach Volleyball - Goller Ludwig
Jubel mit Streifen. Laura Ludwig (l.) und Sara Goller freuen sich.Foto: dpa

Nur einen knappen blauen Bikini trug die Hamburger Beachvolleyballerin Laura Ludwig, als sie am Sonntag ihr Olympia-Debüt gab. Und so fiel ein Accessoire der 22-Jährigen besonders auf: Ein pinkfarbener Klebestreifen zierte Ludwigs rechten Unterarm. Das sogenannte Kinesio-Tape sollte ihren Aufschlagarm unterstützen. „Sie wird Schwierigkeiten mit der Unterarmmuskulatur gehabt haben“, sagt Klaus Seifner, Physiotherapeut am Olympiastützpunkt Rheinland in Köln. Seifner und seine Kollegen setzen die vom japanischen Arzt Kenzo Kaze erfundenen Kinesio-Tapes immer häufiger, wenn Sportler unter Zerrungen oder Muskelfaserrissen leiden.

Anders als etwa das starre Leukotape sind die bunten Streifen flexibel, der Muskel heilt in der Bewegung. „Die Tapes sprechen Rezeptoren unter der Haut an, die dem Muskel signalisieren, sich zu entspannen“, erklärt Physiotherapeutin Andrea Pinske. Sie arbeitet am Berliner Olympiastützpunkt seit zwei Jahren mit der Klebemethode – mit großem Erfolg. Bei manchen Verletzungen habe sich die Heilungsdauer halbiert. Die Farbe der Bänder spielt übrigens keine Rolle. „Blau bedeutet, dass der Sportler einfach blau am liebsten mag“, sagt Pinske. Laura Ludwig könnte also beim nächsten Auftritt in Peking problemlos zu einem blauen Streifen wechseln. Der würde auch noch etwas besser zu ihrem Bikini passen.

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