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BVB gegen TSG Hoffenheim 1:0 : Etwas Erleichterung für Borussia Dortmund

Borussia Dortmund verlässt nach dem 1:0 gegen Hoffenheim das Tabellenende. Erstmal. Aber es war ein hartes Stück Arbeit für die Borussia.

Felix Meininghaus
Ilkay Gündogan bringt Dortmund 1:0 in Führung.
Ilkay Gündogan bringt Dortmund 1:0 in Führung.Foto: dpa

Dortmund. High Noon um halb neun: Jürgen Klopp hatte die Stunde der Wahrheit für den Freitag Abend ausgerufen und sich dabei Analogien bei einem klassischen Western bedient. Beim Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim sollte beim krisengeschüttelten BVB die Wende eingeläutet werden. Der Plan ging zumindest für den Moment auf, vor 80.000 Besuchern gewann Borussia Dortmund hochverdient mit 1:0 (1:0) und sprang zumindest für einen Tag von Rang 18 auf Position 13.

Im Vergleich zur 0:2-Pleite in Frankfurt baute Klopp seine Mannschaft gleich auf fünf Positionen um, neben dem Japaner Shinji Kagawa rotierten auch noch die vier Weltmeister Weidenfeller, Ginter, Durm und Großkreutz auf die Bank. Vor allem die Personalie Weidenfeller war bemerkenswert, bislang galt der Torhüter als unantastbar, wenn er fit war. Doch Klopp wollte die Degradierung nicht überbewertet wissen und sprach stattdessen von einem „Bauchgefühl, nicht mehr und nicht weniger“.

Dortmund setzte vor allem auf Spielkontrolle

Dortmunds Trainer konnte auf den wiedergenesenen Manndecker Mats Hummels zurückgreifen, was der Hoffnung Nahrung gab, der wackeligen Deckung neue Stabilität einzuhauchen. Doch erst einmal ging es für die Gastgeber Richtung gegnerisches Tor. Zu Spielbeginn verbreiteten die Fans so viel Lärm, als wollten sie ihre Mannschaft allein durch die Kraft ihrer Stimme nach vorn tragen. Die Borussia verstand es als Aufforderung und stürmte Richtung gegnerisches Tor. Nach 43 Sekunden zog Marcel Schmelzer aus 20 Metern ab, doch sein Schuss wurde eine sichere Beute von Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann. Kurz darauf musste Außenverteidiger Jin-Su Kim Kopf und Kragen riskieren, um Pierre-Emerick Aubameyang am Torschuss zu hindern.

Dortmund gegen Hoffenheim in Bildern
Gündogan setzt zum Flugkopfball an ...Alle Bilder anzeigen
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05.12.2014 22:25Gündogan setzt zum Flugkopfball an ...

Danach war es allerdings vorbei mit der Dortmunder Anfangsoffensive. Der Schwung verflachte, Hoffenheim kam nun besser ins Spiel und zeigte sich präsenter in den Zweikämpfen. Torgefahr entwickelte der Gast aus dem Kraichgau allerdings keine, was vor allem daran lag, dass Hummels als Abwehrchef mit überragenden Zweikampfwerten glänzte. Der BVB war bemüht, sicher zu stehen und sich keine weiteren Schnitzer zu leisten, die zuletzt immer wieder zu Gegentoren geführt hatten.

In der 17. Minute zog Aubameyang auf der rechten Außenbahn auf und davon, flankte scharf in die Mitte, wo sich Ilkay Gündogan in den Ball warf und mit dem Kopf den Führungstreffer erzielte. Die Erleichterung, nicht wieder einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen, war greifbar.

Jürgen Klopp: kein Jubel, nur Erleichterung
Ein Mann, wie ein Schrei: BVB-Trainer Jürgen Klopp zeigt gegen Hoffenheim vollen Einsatz.Alle Bilder anzeigen
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05.12.2014 22:25Ein Mann, wie ein Schrei: BVB-Trainer Jürgen Klopp zeigt gegen Hoffenheim vollen Einsatz.

Der BVB glänzte nicht, aber er kontrollierte das Spielgeschehen und achtete auf die Minimierung von Fehlern. Für einen Tabellenletzten auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit war das schon mal ein guter Anfang. Hoffenheim näherte sich dem Dortmunder Tor in der ersten Halbzeit nur einmal gefährlich, doch Schiplocks Schuss aus 20 Metern zischte mehrere Meter am rechten Pfosten vorbei.

Hummels rettet 1:0 

Die Borussia führte beim Seitenwechsel zwar nur mit einem Tor, doch sie hatte das Geschehen klar im Griff. Das änderte sich mit Beginn der zweiten Hälfte, als sich Nationalspieler Sebastian Rudy den Ball schnappte und einen Freistoß von der Strafraumgrenze über die Mauer schlenzte, der mit Sicherheit im Tor gelandet wäre, hätte Hummels nicht spektakulär mit dem Kopf vor der Linie geklärt. Was auf der einen Seite nicht funktionierte, klappte auf der anderen: Nach einer Ecke von Schmelzer drückte Aubameyang den Ball über die Linie, doch Schiedsrichter Felix Zwayer gab den Treffer nicht, weil ihm von seinem Assistenten eine Abseitsstellung signalisiert worden war. Das war ein Fehler, die Fernsehbilder belegten, dass es sich um ein reguläres Tor handelte.

Dortmund vergab etliche Chancen zum 2:0

Dortmund hielt den Druck hoch und drängte auf die Entscheidung, doch der Schuss von Gündogan rauschte über das Tor, kurz darauf scheiterte Aubameyng frei vor Baumann, auch Ramos brachte den Ball nicht unter. Und weiter ging es in eine Richtung: Hummels Kopfball parierte Baumann überragend, auch Aubameyangs zweiter Treffer zählte wegen Abseits nicht.

Der BVB hätte längst höher führen müssen, doch so blieb es bis zum Abpfiff eng. Am Ende hatte die Borussia Glück, dass es keinen Elfmeter für Hoffenheim gab, als Subotic seinen Gegenspieler Elyounoussi im Strafraum von den Beinen holte.

Jürgen Klopp sprach anschließend von einem intensiven Spiel. Die Fehlentscheidung, dass das 2:0 durch Aubameyang wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht zählte, bezeichnete Klopp als "schade." Er sagte weiter: "Es wäre schon schön, wenn die Tore, die wir erzielen, auch zählen würde." Klopp forderte von seiner Mannschaft nun dran zu bleiben. 14 Punkte seien zwar deutlich besser als die 11 vor dem Spiel, "aber auch die werden nicht reichen".

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