Sport : Capitals: Ein Bote aus vergangenen Tagen

Claus Vetter

Die Eishalle von Rauma ist nicht unbedingt die erste Adresse im finnischen Eishockey. Ähnlich sah es wohl auch Parris Duffus. Vor gut zwei Jahren hatten die Capitals ein Freundschaftsspiel bei Lukko Rauma und ihr Torhüter zeigte Gedächtnislücken: "An diese Halle kann ich mich nicht erinnern. Haben die hier ein Team in der ersten Liga?" Das hörte ein lokaler Journalist und der war ob der Aussage des US-Amerikaners pikiert, schließlich war Duffus just aus der finnischen Eliteklasse in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) gewechselt. "Der Duffus hat doch zuletzt in Hämeenlinna gespielt", meinte der Kollege und machte eine abfällige Handbewegung.

Unumstritten war Duffus auch nicht in seiner Berliner Zeit, der Saison 1998/99. Der heute 30-Jährige hatte aber auch das Pech, im Tor einer Mannschaft zu stehen, die meist überfordert war, am Ende Vorletzter wurde. Doch da war Duffus längst wieder weg. Der aus Denver stammende Torhüter erlebte das Saisonende beim finnischen Spitzenklub Jokerit Helsinki. Seit dieser Spielzeit ist Duffus wieder in der DEL. Heute kommt er mit den Nürnberg Ice Tigers zum ersten Mal nach seinem Abgang zu den Capitals (Beginn 19.30 Uhr), bei denen Thomas Sjögren wegen eines Stockschlags für zehn Spiele gesperrt wurde.

"An Berlin habe ich nicht nur schlechte Erinnerungen", erzählt Duffus. "da haben mich die Fans immer unterstützt." Auch in Nürnberg ist Duffus beliebt, zuletzt warf ihn eine Schulterverletzung aber zurück. Heute wird wohl Seliger den Vorzug erhalten. "Schade, zumal bei den Capitals der Mezin im Tor steht. Das wäre nicht ohne Brisanz gewesen", sagt Duffus. Mezin war bis vor anderthalb Jahren noch Liebling der Nürnberger Fans.

Das ist Geschichte, genauso wie besagtes Spiel von Rauma. Das endete 2:2 und brachte ein seltenes Erfolgserlebnis für Duffus bei den Capitals: Er blieb ohne Gegentor - was aber keine Kunst war. Duffus kam nur kurz zum Einsatz. David Berge waren die Kontaktlinsen verrutscht und der zweite Berliner Keeper verschwand kurz in der Kabine. Eine kleine Kapriole zu Beginn einer verkorksten Spielzeit, an die heute nichts mehr erinnert: Die Berliner haben das erste Saisondrittel äußerst erfolgreich gestaltet und gehen als Tabellenführer in die heutige Partie.

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