Sport : Capitals geben auf

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Von Claus Vetter

Berlin. Lorenz Funk ist nicht so leicht zu erschüttern. Doch am Dienstag war der schwergewichtige Tölzer mit seinen Nerven am Ende. Es war um die Mittagszeit, als der Manager der Berlin Capitals mit zittriger Stimme dem Vereinspräsidenten Marian Czechowski mitteilte, dass die Capitals in der kommenden Saison nicht wie geplant in der Zweiten Eishockey-Liga antreten werden. Zuvor hatte Funk den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) schon darüber informiert, dass die Berliner ihre Lizenz nicht nutzen werden. Funk machte Querelen mit dem Insolvenzverwalter dafür verantwortlich.

Die Spieler und Trainer Peter Draisaitl wurden am Dienstag informiert. Funk: „Die müssen ja Zeit haben, sich nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen." Für den Start in die Zweite Liga hätten die Capitals, deren GmbH im April in die Insolvenz gegangen war, eine neue GmbH gründen müssen. Insolvenzverwalter Wolfgang Kühnel habe diese Zustimmung jedoch verweigert. „Herr Kühnel hat fast jeden Gesprächstermin mit uns platzen lassen", sagte Funk. Er glaubt, dass das Projekt Zweite Liga an einem Interessenkonflikt gescheitert ist. „Die Gläubiger der alten Capitals GmbH wollten offensichtlich nicht abgesegnet sehen, dass eine neu gegründete GmbH unter dem Dach des Stammvereins Young Capitals schuldenfrei in der Zweiten Liga an den Start geht“, sagte Funk. „Der Insolvenzverwalter wollte Geld von den Young Capitals haben. Das muss man sich mal vorstellen." Dies fällt durchaus nicht schwer. Schließlich ist es Aufgabe eines Insolvenzverwalters, so viel Kapital wie möglich aufzutreiben. Laut Funk wollten unter anderem auch Mitglieder des einstigen Aufsichtsrates noch einmal abkassieren für den Fall, dass die Capitals in der Zweiten Liga antreten.

Ob die betreffenden Herren nun im Recht sind oder nicht – gewonnen hat mit dem Rückzug der Capitals wohl niemand etwas. Marian Czechowski will nun versuchen, gemeinsam mit einem Sponsor, die Young Capitals, deren Erste Mannschaft in der viertklassigen Regionalliga spielt, zu retten. Das wäre immerhin schon etwas, allerdings nicht annähernd das, was sich Lorenz Funk und die Fans der Capitals noch bis Dienstag erhofft hatten.

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