CARL-UWE STEEB IM INTERVIEW : „Ich habe Hoffnung für das deutsche Tennis“

Herr Steeb, Philipp Kohlschreiber hat bei den Australian Open gegen Andy Roddick begeisternd gewonnen. Welche Entwicklung trauen Sie ihm zu?

Er hat endlich einen Topspieler bei einem großen Turnier geschlagen. Das gibt ihm sicher weiteren Auftrieb und macht mir insgesamt Hoffnung für das deutsche Tennis.

Abgesehen von Kohlschreiber und Sabine Lisicki haben die Deutschen in Australien aber kaum überzeugen können.

Das war zu wenig. Von Nicolas Kiefer hätte ich mehr erwartet, auch wenn er gesundheitliche Probleme hatte.

Sie sind aus Australien zurückgeflogen, weil Sie am Sonntag mit Eric Jelen, Mikael Pernfors und Mansour Bahrami bei den Tennis-Classics in Seeburg antreten. Wieso sind die Stars von gestern derzeit so beliebt?

Die Begeisterung hängt sicher damit zusammen, dass uns die Leute von früher noch gut kennen. Wir waren damals sehr präsent in den Medien. Interesse entsteht dadurch, dass deutsche Spieler bei wichtigen Turnieren Siegchancen haben. Das ist im Moment leider nicht der Fall.

Wie viel Show und wie viel Ernst ist bei solchen Classic-Veranstaltungen dabei?

Sobald man auf dem Platz ist, möchte man unbedingt gewinnen. Das ist noch im Blut drin. Vielleicht sind diese Events deswegen in Deutschland auch so erfolgreich, weil die Spieler bei aller Show den nötigen Ehrgeiz mitbringen.

Das Gespräch führte Jörg Leopold.

Mehr Informationen zu den Tennis- Classics in Seeburg bei Berlin: http://heimvorteil.tagesspiegel.de

Carl-Uwe Steeb, 40, war nach der aktiven Zeit von 1999 bis 2001 Kapitän des deutschen Davis-CupTeams. Er arbeitet jetzt als Tennisexperte fürs Fernsehen.

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