Casdorffs Agenda : Joachim Löws Fingernagel

Das Ergebnis war eindeutig: Die deutsche Fußballnationalmannschaft siegte mit 7:0 gegen Gibraltar. Ein Kantersieg! Doch auch "kleine" Gegner sollte man mit Respekt behandeln. Vor allem von seiten des Trainers.

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Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

Gibraltar. Eine Landzunge, so groß wie die Insel Baltrum. 30.000 Einwohner. 600 Fußballer. Ein Nationalteam der Männer. Das seine Spiele auswärts austragen muss. Wie das in der Qualifikation zur Europameisterschaft gegen den deutschen Weltmeister. Hochoffizielle Sache. Tolle Sache für 7000 Fans, die dafür stundenlang aus Gibraltar angereist waren. Und "Die Mannschaft"? Desinteressiert deren Spiel, in der ersten Hälfte, despektierlich das Verhalten ihres Trainers. Der feilte sich den Fingernagel! In der zweiten Hälfte. Ein Werbegag? Der Nagel war abgebrochen, sagt Joachim Löw. Ja geht's noch? Fingernägel knabbern, Nase bohren, alles schon gesehen. Aber das? Ein Mann wie Löw ist ein Botschafter Deutschlands. Auf Baltrum, am Strand, hätte er sich das wohl nicht erlaubt. Und Baltrum hat nicht mal ein Nationalteam. Aber den Auftritt gegen Gibraltar haben ja auch nur Millionen gesehen. Glückwunsch!

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